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Thema: Fragen zu E-Motoren |
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16.09.2008, 09:02 Uhr
 Doomgiver
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Hallo,
mir brennen ja seit längerem ein paar Fragen zu Motoren auf den Nägeln, bevor ich mich wieder in Unkosten stürze.
1. Motorgröße
Die Dinger werden ja in verschiedenen Größen (540, 380, 480, etc.) angeboten. Wofür stehen diese Zahlen eigentlich? Fließen da nur die Abmessungen mit ein, oder sagt das auch was über den inneren Aufbau? Gibt es da irgendwo eine griffige Übersicht?
2. Ritzel
Wie werden die Dinger eigentlich befestigt? Nur aufgeschoben/gepresst, verschraubt, verklebt...? Gibt es da irgendwelche Unterschiede in den Wellenaufnahmen, oder sind die größtenteils gleich (speziell jetzt in dem für unseren Bereich interessanten Motorenbereich von 540/38X)?
Wenn man ein Ritzel tauschen möchte, wie funktioniert das? Einfach runterschieben, oder benötigt man da noch Spezialwerkzeug?
In meinem speziellen Fall geht es darum, dass ich die Motoren in meinem Geppi tauschen möchte, da die mir doch verdächtig stark am Limit fahren (Standard-Tamiya-Motoren auf Sherman/Leopard1-Getriebe). Nun bin ich auf der Suche nach passendem 12V-Ersatz. Hat sonst jemand mal die genauen Spezifikatione der Tamiya-Motoren (Drehzah, Drehmoment, Spannungsbereich)?
Könnte ich die alten Ritzel wiederverwenden (die Geschwindigkeit gefällt mir eigentlich ganz gut, ich bin nur auf der Suche nach etwas mehr Drehmoment), oder sind die nach der Demontage in der Regel so ausgelutscht, dass sie nicht mehr fest auf der Welle passen?
Heiko
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16.09.2008, 12:14 Uhr
 Robert
BW-Meister [Administrator]

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Hallo Heiko,
1.)
Diese Zahlen (540, 380, 480, etc.) sind nicht genormt und können alles mögliche bedeuten. Meistens bezeichnen sie jedoch grob die Größenklasse des Motors in 1/10mm (z.B. 380 ~ 38mm Außendurchmesser)
Über die inneren Werte sagt dies erstmal garnichts, außer: je größer der Motor außen ist, desto mehr Platz ist im inneren für Magnete und Anker. D.H. Motoren mit einer höheren Größenklasse sind in der Regel auch stärker.
Um den richtigen Motor zu finden, muß man erstmal schauen, wieviel Platz man für Motor-Länge und Durchmesser maximal im Modell zur Verfügung hat. Dann müssen die Motoren auch für die Akkuspannung optimiert sein. Und wenn man dann passende Motoren gefunden hat, sollte man die nehmen, die bei passender Drehzahl und Drehmoment den größten Wirkungsgrad erziehlen.
Motorsuche ist allso nicht einfach
2.)
Ritzel werden im Modellbereich meistens auf die Welle gesteckt und mit einer seitlichen Maden-Schraube auf der Welle gesichert. Je nach Ausführung der Madenschraube braucht man entweder einen kleinen Schraubenzieher oder Imbusschlüssel dazu. Bei Modellmotoren sind die Wellendurchmesser mit 3,17mm genormt. Aber Achtung: exotische Motoren können durchaus abweichende Wellendurchmesser haben. Hier muß dann das Ritzel entsprechend aufgebohrt, oder mit einem Reduzierstück versehen werden.
Gruß Robert
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16.09.2008, 17:39 Uhr
 Volki
Smilekönig

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wenn du die üblichen Silberbüchsen von Tamiya meinst, dann hab ich was für dich.
Damals für die Optimierung des 2A6 von Tam. ausgemessen:
Standardmotor Johnson Typ 540
Nennspannung: 7,2 V
Arbeitsspannung: 3 - 9 V
Drehzahl: 16500 Upm (Leerlauf)
Strom: 0,8 A (Leerlauf)
Drehzahl: 9.800 Upm (Last)
Strom: 6,7 A (Last)
Drehmoment: 2,25 Ncm
Abgabe: 35 W
Effizienz: 71,3 %
Kosten: ca. 8,- €
IGARASHI SP3650-15
Artikel-Nr.: 244481 - 79 bei Conrad
Nenn-Spg: 7,2V
Arbeits-Spg: 3 - 9 V
Drehz. UpM 15600 (Leerlauf)
Strom: 1,20A
Drehzahl UpM 13000(Last)
Strom: 7,60A (Last)
Drehmomt: 2,65 Ncm
Abgabe:35,0 W
Effizienz: 62,5%
Kosten: ca. 8,45€
Meßwerte ohne Last:
Johnson / Igarashi
Anlauf-
spannung 450mV/ 340mV
Anlaufstrom 650mA/ 490mA
Anlaufdrehzahl 510 U/min- 500U/min
Stromaufnahme
bei 3V 950mA/ 790mA
Drehzahl bei 3V 6750 U/min- 6640 U/min
Stromaufnahme
bei 6V 1,15A/ 1,09A
Drehzahl bei 6V 13860 U/min- 13540 U/min
Stromaufnahme
bei 7,2V 1,24A/ 1,2A
Drehzahl bei 7,2V 16700 U/min- 16500 U/min
-- RK-Modellbau
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16.09.2008, 20:36 Uhr
 Radfahrer

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Hallo Antriebsuchende!
Die Größenbezeichnungen leiten sich von den Typklassen der Firma Mabuchi her, diese hat auch das umfangreichste mir bekannte online-Motorenverzeichnis:
http://www.mabuchi-motor.co.jp/en_US/product/index.html
Die Motoren haben in den Größen die wir verwenden bei den kleineren (280, 380, "kleine" 480er) 2,3 mm Motorwellen. Die Ritzel sind einfach auf die Welle gepresst. Man kann einen speziellen Abzieher verwenden, oder die Motorachse vorsichtig herausklopfen, wobei das Ritzel von hinten abgestützt wird. Man kann es durchaus auf einen anderen Motor aufpressen, ist dadurch nicht vergurkt, wenn man sich vorsieht. Ab den "großen" 480ern bis zu den 540ern sind 3,1x mm Wellendurchmesser gebräuchlich. Die Ritzel sind dann meist verschraubt, wobei eine Abplattung auf der Welle nicht schaden kann. Wie Robert schon schreibt, nicht nur der Durchmesser, auch die Länge entscheidet.
Bei den Motoren für die Standard-Tamiya-Getriebe ist man doch sehr eingeschränkt. Es gibt höher drehende, diese verstärken aber eher das ruckelige Fahrverhalten der kleinen Modelle, weil sie giftiger ansprechen (wie ein Sportmotor). Bei langsamer drehenden Teilen verlierst Du an Endgeschwindigkeit, was ja auch bei modernen Panzern nicht gewünscht ist. Ich habe bei meinem Abrams 1:16 mit AFV-Wanne höher drehende Motoren verbaut und bin zwar mit der puren Leistung zufrieden, die Fahrbarkeit ist aber nicht berauschend.
Abrams Überholung mit Motorentausch -- Kein Platz für
Schnick und Schnack!
Olaf (der Radfahrer)
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