10.08.2004, 07:22 Uhr
 shooter

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moin
Ist zwar etwas mehr zu lesen aber hier noch mal was zu "Zimmerit"
Zimmerit wurde von der Firma C.W. Zimmer in Berlin entwickelt; daher auch der Name.
In einem Bericht der Britischen Armee wird die Zusammensetzung wie folgt beschrieben:
25% Polyvinylacetat (Basis)
10% Sägemehl (Füllstoff)
40% Bariumsulfat
10% Zinksulfid
15% Ockerpigmente (Farbgebung)
Zimmerit, Anti-Magnetic Plaster for AFVs, Major J.W.Thompson und C.E.Hollis, Juli 1945
Die Masse selber hatte keine antimagnetischen Eigenschaften.
Bedarf pro Fahrzeug
StuG III 70 kg
Panzer IV 100 kg
Panther 160 kg
Tiger I 200 kg
Maßnahmen gegen die Anbringung von magnetischen Hafthohlladungen an Panzerfahrzeugen
Schutzmasse gegen Haftladungen
(Vorführung Kummersdorf am 5. und 8. 6.1943)
Zur Erprobung der Haltbarkeit von Schutzmasse gegen Haftladungen und Beschuß wird ein Truppenversuch mit Schutzanstrich der Fa. Zimmer durchgeführt. Als Truppenversuch wird bei der Heeresgruppe Süd die 7. Pz. Div., bei der Heeresgruppe Mitte die 4. Pz. Div. befohlen.
Chef H Rüst und BdE wird gebeten, entsprechendes Material und Einweisungspersonal zur 7. und 4. Pz. Div. zu entsenden.
Fernschreiben vom 30. Juni 1943
Gen. St. d H/Ord. Abt. (III b) Nr. 35590/43 geh.
Gegenmittel gegen Haft-Sprengladungen
Versuche des Heereswaffenamtes im Januar 1943 haben folgende Gegenmittel gegen Haft-Sprengladungen ergeben:
Bestreichen des Panzers mit Beton-Milch oder Beton 3, vermischt mit feinkörnigem Splitt in einer Stärke von 3-5 mm.
Anstrich mit Bitumen oder Teer, dem feinkörniger Splitt zugesetzt ist. (Eignet sich nicht für besonders heiße Gegenden).
Als behelfsmäßiges Mittel dickes Beschmieren mit öligen Stoffen (Bitumen, Teer, Ölen usw.), wobei die selbe Einschränkung wie bei 2. zu machen ist.
Es kann auch schon ein sehr dicker Farbanstrich (2 - 3 mm) genügen. Dieses Mittel erscheint nicht ganz sicher.
Im Winter kann bei tiefer Kälte übergießen mit Wasser, wodurch starkes Vereisen hervorgerufen wird, das Halten magnetischer Ladungen unmöglich machen.
Diese Mittel wurden der Truppe durch den General der Schnellen Truppen mit Schreiben vom 9. Februar 1943 bekanntgegeben. Als einziges wirklich brauchbares Mittel erwies sich das unter 1. angeführte, der Anstrich mit Teer usw. wurde von der Truppe wegen der damit verbundenen Brandgefahr abgelehnt.
Weitere Versuche haben zur Entwicklung einer Schutzmasse geführt, die in einer Vorführung am 5. und 8. 6.1943 in Kummersdorf gezeigt wurde.
Vortragsnotiz vom 2. Juli 1943
Der Panzeroffizier bei Chef GenStdH
Schutzanstrich für gepanzerte Vollketten-Kfz.
Um das Anbringen magnetischer Haftladungen zu verhindern, ist an Pz.-Fahrzeugen auf dem Fahrgestell der Pz. Kpfw. III und Pz. Kpfw. IV, am Pz. Kpfw. Panther und Pz. Kpfw. Tiger, am St.Gesch., am Pz. Jäg. 38 für 7,5-cm-Pak 40/3 (St) und Pz.Jäg. Hornisse sowie am GW II, GW 38 und GW III/IV ein »Zimmerit-Schutzanstrich« aufzutragen.
Es gelten hierfür folgende allgemeine Richtlinien:
Den Schutzanstrich erhalten alle geneigten und senkrechten Panzerflächen am Fahrgestell und Aufbau, auch unter den Seitenschürzen.
Ohne Schutzanstrich bleiben:
Seitenschürzen, Schürzen am Aufbau, am Turm, Turm- bzw. Aufbaudecken und Kdt.-Kuppeln, Wannenboden, waagrechte Kettenabdeckungen, abnehmbare Zubehör- und Ausrüstungsteile, Auspufftöpfe, Lampen- und Tarnscheinwerfer usw. sowie die Pz.Flächen, die durch fest eingebaute oder abnehmbare gehalterte Teile (z. B. Laufwerk, Zubehör) abgedeckt sind.
Die Schutzmasse ist wie folgt anzubringen.
Die zu bestreichenden Pz.Flächen gut säubern. Ist ein Grundanstrich vorhanden, so muß dieser gut durchgetrocknet sein.
Einmal Zimmerit mit dem Spachtelmesser dünn auftragen.
Die Spachtelung getäfelt vornehmen, d. h. in kleinen Quadraten mit Zwischenräumen von ungefähr 1/2 cm (Bild 1).
Die Masse 4 Stunden lang trocknen lassen.
Mit der Lötlampe abbrennen und zwar in der Weise, daß die Oberfläche gehärtet wird. Die Fläche mit der Lötlampe leicht abstreichen, dabei aber nicht zu nahe an die Schutzmasse halten, damit der Anstrich nicht verbrennt (ungefähr 1/2 cm Abstand).
Mit dem Spachtelmesser eine etwa 4 mm dicke Schicht in Quadraten wie unter 2 auftragen.
Mit dem Spachtelmesser den Anstrich rillen, d. h., in ganz kleinen Abständen eindrücken, so daß eine starke gewellte Fläche entsteht (Bild 2).
Über Nacht die Schutzmasse trocknen lassen.
Mit der Lötlampe die Oberfläche am nächsten Tage nochmals wie unter 5. härten.
Als Richtzahlen für den Bedarf an Zimmerit wird angegeben:
für Stu. Gesch. etwa 70 kg
für Pz. Kpfw. IV etwa 100 kg
für Pz. Kpfw. Panther etwa 160 kg
für Pz. Kpfw. Tiger etwa 200 kg
Zimmerit ist unverdünnt zu verarbeiten; nur bei aufgetretener Verdickung ist das mitgelieferte Verdünnungsmittel zuzusetzen. Der Spachtelauftrag kann mit der üblichen Panzerfarbe ohne weiteres überspritzt werden.
Die Packgefäße sind gut verschlossen zu halten; hart gewordene Masse darf nicht aufgetragen werden, da der Auftrag sonst abbröckelt. Angebrochene Gefäße sind mit nassen Lappen oder Säcken abzudecken.
Zimmerit ist beim Heeres-Pz.-Zeugamt Königsborn-Magdeburg bzw. bei den zuständigen Pz.-Ersatzteillagern zu beschaffen.
O. K.H. (Ch H Rüst u. BdE), 29. 12. 1943 76 g Nr. 16975/43 In 6 (Z/Ing).
Am 9. September 1944 wurde angeordnet, daß im Zuge der Entfeinerung ab sofort für alle Panzerfahrzeuge der Schutzanstrich gegen Hafthohlladungen zu entfallen habe.
-- Gruß
shooter
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