12.08.2026, 15:36 Uhr
 Radfahrer

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Hallo Endspurtler.
Der Mensch ist zum großen Teil träge und neigt zum Prokrastinieren. Manchmal benötigt man also ein Zeitziel, das einen antreibt. In meinem Fall war dies die Absicht, die Maus fertig zu den Zweitagestreffen in Salzkotten und Berlin mitnehmen zu können.
Wie angekündigt wurde der Abwurftank mit dem Gurtgeschirr versehen, das Halteband ist funktional und nachstellbar, die Spannbänder nur Deko.

Als weitere Maßnahme war der insgesamt dritte Fahrakku fällig, nach dem ersten Bleigel kam ein NiMh, der durch die lange Standzeit kollabiert war. Herein kam jetzt ein moderner LiFe 4-Zeller, selbst konfiguriert.

Der erste Probezusammenbau war einwandfrei, der Antennenabweiser wurde aus Messingabfall gebaut und an die Blende geklebt und geschraubt. Es folgte die Umprogrammierung auf die aktulle Funke, ein Programm, welches die Ketten so ansteuert, dass man auch rückwärts in die ‚richtige‘ Richtung lenken kann, hatte ich bereits vor Monaten eingegeben, es enthält noch einen kleinen Fehler, ansonsten klappt aber beim Fahren alles bestens.

Die Lackierung der echten Maus ist speziell, im Grunde schlecht ausgeführt und unattraktiv. Es ist kein Wunder, dass die meisten Leute Fantasietarnungen aus fiktiven Superspätkriegseinsätzen auftragen. Aber dieses Lackkleid, welches in Böblingen aufgetragen wurde, ist nun mal das richtige und gut dokumentiert, bis auf die Turmdachaufsicht gibt es von allen Seiten Fotos. Da geht der Ärger los, sie sind natürlich schwarzweiß und je nach Lichteinfall sieht das jeweils anders aus. Was ist was?
Die Basis bildet das übliche Dunkelgelb, ich entschied mich für das neue von Tamiya. Ich habe auch vorschattiert an den Flächenrändern, um etwas Leben in die flachen Platten zu bekommen. In Salzkotten am ersten August konnte das Mäuschen wieder im Gelände bewegt werden, alles funktionierte tadellos. Ein Glück, für große Reparaturen wäre keine Zeit mehr gewesen.

Es wird in mancher Beschreibung von braunen und grünen Streifen im Wechsel geschrieben, manche schreiben auch es wären gemischte Streifen. Ich habe mir Skizzen angefertigt, mit Buntstift ganz sachte vorpunktiert und drauf los geballert. Verwendet habe ich die alten Tamiya WH-Farben.
Die Originalstreifen sind kaum zu reproduzieren, es wurde ganz offensichtlich eine große Breitstrahl-Lackpistole verwendet, wie man sie auch zur Flächenlackierung nimmt. Das führt in Verbindung mit hastigem Lackauftrag zu den typischen Mustern. Die kriegt vielleicht ein Experte an der Airbrush in Tagelanger Arbeit nachgebildet. Ich kann das nicht und hatte auch nicht die Zeit. Also ist das jetzt meine Interpretation dessen, was man auf den Fotos aus Böblingen und Kummersdorf sieht.

Danach folgte eine paar Details in Emailfarbe und ganz sachte Alterung. Einfach weil ich den Zustand kurz nach dem Lacken haben wollte, man kann sich durchaus beim Altern noch austoben, die Maus war danach noch ein Jahr im Testbetrieb und auf einigen Bilden sieht sie übel aus, ein riesiger Ölfleck auf der Front zum Beispiel, das wollte ich aber keinesfalls so haben. Eine satte Schicht Klarlack schließt das ganze ab, Matt ¾ und Klar ¼ ergibt einen leicht seidenmatten Effekt, den will ich haben, ganz stumpf ist als Funktionsmodell etwas empfindlich, meiner Erfahrung nach. Decals und Aufschriften gab es an dem Prototypen ein Glück keine.

Inzwischen hat das gute Stück seinen ersten Einsatz beim Zweitagestreffen in Berlin hinter sich, ohne Probleme.

Nun, seit dem vorbereitenden Projektstart Ende 2003 und dem Baubeginn Anfang 2004, nach 22,5 Jahren, ist die Maus zu 99,5 % fertig. Die Winkelspiegel fehlen noch, der Entstörer in der Soundstromversorgung, ein paar Programmiergimmicks. Vielleicht kommt eines Tages noch der Rohrrückzug, für den ich die Teile schon liegen und den Plan im Kopf habe. Schaun’mer’mal.
Ich danke allen Lesern hier für die Geduld, die Hilfestellungen und die gute Zusprache, sonst wäre das Ding irgendwann veräußert worden. Spezieller Dank geht raus an:
Peter D., meinem Haus- und Hof-Metaller für die Dreharbeiten,
Peter Ch. Für einige Unterstützung,
Den Berliner Modellbaukollegen von der IG Panzerjäger für die Unterstützung,
Anke, meiner Frau, für das Verständnis, wenn wieder irgendwas von der Maus irgendwo im Weg war und ich an der Kiste bastelte, unzählige Stunden. Ironisches Danke, dass meine Maus wegen ihr einen echten Abschuss hatte, eine Fliege hat sie mit dem Wannenheckdach erschlagen und das musste repariert werden.
-- Isch ´abe ga´ keine Fahrrad!
Olaf (der Radfahrer)
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