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Thema: Hilfsmittel zum Handling größerer Modelle |
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15.01.2013, 15:32 Uhr
 Oldchap

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Hallo zusammen,
ich wurde bereits öfter von Leuten angesprochen, die zwar gerne ein Panzermodell in den Maßen 1:6 oder größer bauen oder kaufen würden, aber für sich keine Möglichkeit sehen, es zu hantieren. Das ging mir anfangs nicht viel anders, aber ich habe Lösungen gefunden, die ich hier mal kurz aufzeigen will.
Warum der genannte Maßstab? Nun, Modelle in 1:8 oder kleiner sind meistens von einer oder maximal 2 Personen noch zu heben und zu transportieren (auch auf Treppen) und passen auch in übliche Kofferräume. Das Transportproblem ist damit mehr oder weniger gelöst (indoor und outdoor).
Ab 1:6 geht da buchstäblich nix mehr, denn Maße wie Gewichte erlauben auch das Tragen mit 2 Personen nicht mehr, von kurzen Hebe-Übungen vllt. abgesehen. Außerdem verbietet sich spätestens bei diesem Maßstab das Fahren mit eigener Kraft im Haus, weil diese Fahrzeuge zwar größen- und kraftmäßig in der Lage wären, Treppen zu bezwingen, dabei aber -und auf anderen Bodenbelägen auch- schwer tolerierbare Flurschäden anrichten würden.
Ab etwa 1:4 passen die Fahrzeuge zudem oft nicht mehr durch normale Türzargen. Hier bleibt dann nur noch die Werkstatt mit Tor und ebenerdigem Zugang. Diese Kategorie möchte ich hier nicht beleuchten, denn wer solche Möglichkeiten hat, weiß i.d.R. auch, wie man damit umgeht.
Damit erscheint es zunächst ziemlich hoffnungslos, auch "nur" Modelle in 1:6 zu behantieren, wenn man wie ich einen Hobbykeller ohne Tür ins Freie hat; nur mit einem 90 x 60 cm großen Fenster fast in Kopfhöhe. Mit einiger Überlegung ging es dann aber doch, wobei ich darauf geachtet habe, daß alle Hantierungen von mir notfalls alleine ohne fremde Hilfe zu bewerkstelligen sind. Erwähnen sollte ich noch, daß ich einen Kombi-PKW fahre, der den Panzer aufnehmen kann.
Der 1. Versuch waren 2 stabile querliegende Tragrohre in der Unterwanne, an denen man diese mit 2 Personen heben kann. Weil mir das letztlich nix nutzte, will ich es nicht weiter erwähnen.
Das erste richtige Hilfsmittel war ein primitiver Kran auf Lenkrollen. Aufgebaut habe ich ihn aus Stahl-Vierkantrohren vom Schlosser. Benutzt habe ich reine Schraubtechnik, damit ich ihn bei Nichtgebrauch relativ leicht "falten" und wegstellen kann:


Hier sieht man den Kran in Aktion, zusammen mit der 500 kg-Seilwinde mit Handbetrieb.

Der ebenfalls gezeigte, U-förmige Tragschemel war zwar tauglich, jedoch reichte mir die niedrige Deckenhöhe letztlich nicht aus, um den Panzer aus dem Kellerfenster hinaus zu bekommen. Ich habe ihn daher durch einen Tragarm mit 4 Anschlagseilen ersetzt, die an den Abschleppschäkeln der Wanne angreifen. Die Karosserieteile dort sind beim Bigtanks-Modell Bestandteile der GFK-Oberwanne und nur zur Zierde da, also habe ich sie an die Unterwanne verlegt und in Alu mit 12 mm Wandstärke ausgeführt. Die Schäkel selbst habe ich durch ähnlich geformte Industrieteile aus Edelstahl ersetzt; Bruchlast pro Stück 300 kg.
Damit sind wir schon bei der Ausfahrt aus dem Bastelraum: sie begann zunächst mit dem Aufsetzen auf eine Rampe aus 2 Vierkantrohren mit Blechwinkeln zur Lagebegrenzung, die quer durch den Raum bis zur Fensterunterkante reichten. Dort gab es dann eine zweite ganz ähnliche Rampe über den Lichtschacht hinweg ins Freie.
Hier der Panzer -noch ohne Turm- am Haken, bereit zum Drehen und Aufsetzen auf die primitive Rampe:

Und hier beim Durchfahren des Fensters. Wie man sieht, geht es knapp zu, aber es paßt:


Zum Schluß noch die Auffahrt in den Kofferraum des Autos über käufliche Klapprampen, die auch noch mit in den Kofferraum passen. Alle gezeigten Fahrten bewältigt der Panzer aus eigener Kraft:

Inzwischen wurden der Kran und die gezeigten großen Rampen durch einen käuflichen hydraulischen Hubtisch ersetzt, der mit einer weit kürzeren Indoor-Rampe auskommt, die auch eine deutlich größere Auflage für die Ketten bietet. Die Außenrampe wurde überflüssig, weil ich den Lichtschacht mit einer gemauerten Konstruktion überbrückt habe (Rasenkantensteine auf Resten von Knochensteinen).
Im Bastelraum selbst steht der Panzer meist auf 2 Holzbohlen, um die Federn des Fahrwerks zu entlasten. Per Kran konnte ich ihn dort leicht aufsetzen und abnehmen. Seit der Hubwagen-Ära benutze ich einen kleinen Scheren-Wagenheber vom Auto, um die Wanne erst mit der einen und danach mit der anderen Seite von den Bohlen zu heben bzw. sie drunter zu schieben.
Man sieht also, auch das Transportproblem relativ großer und schwerer Modelle (mein neuer Pöti wird die 160 kg überschreiten) ist mit tragbarem Aufwand lösbar.
-- Viele Grüße
Gerhard
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15.01.2013, 15:58 Uhr
 Ritchie

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Hallo Gerhard,
danke für den umfangreichen und sehr aufschlussreichen Beitrag, der zudem sehr schön bebildert ist
-- Gruß! Ritchie
Tiger I Vollmetall in Arbeit (1:10)
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15.01.2013, 16:02 Uhr
 scenic99
Bob der Baumeister

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Hi Gerhard,
in etwa so sieht auch mein mobiler Schwenkgrill aus - nur ohne Rollen
Gruß
Dirk -- email@dirkkristen.de
http://www.dirkkristen.de
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16.01.2013, 02:09 Uhr
 Oldchap

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Vllt. kann ich ja mit diesem Bericht ein paar Kollegen ermuntern, sich auch an etwas Größeres ranzutrauen. -- Viele Grüße
Gerhard
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16.01.2013, 07:06 Uhr
 Ritchie

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Reizen würde mich der Maßstab 1:6 schon sehr. Aber im Moment traue ich mich (noch) nicht heran. Dazu habe ich auch zu viele andere Sachen am laufen (Tiger 1:10, Motorrad-Eigenbau, Slotbahn u.a.). Außerdem stehe ich noch ein paar Jahre im Job, der auch recht stressig ist. Aber bald sieht es anders aus... -- Gruß! Ritchie
Tiger I Vollmetall in Arbeit (1:10)
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16.01.2013, 12:30 Uhr
 SLT50-2
Der Dachsmaster

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Hallo Gerhard,
Deine aufgezeigte Handlingsmöglichkeit sieht wirklich gut aus wenn man sich keinen Hubtisch kaufen will.
Gruß
Michael -- nicht´s ist unmöglich,wenn man es nur will
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16.01.2013, 15:50 Uhr
 Oldchap

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quote: Original von SLT50-2:
Hallo Gerhard,
Deine aufgezeigte Handlingsmöglichkeit sieht wirklich gut aus wenn man sich keinen Hubtisch kaufen will.
Gruß
Michael
--
nicht´s ist unmöglich,wenn man es nur will
Dazu ist sie im Selbstbau ganz erheblich billiger (< 50 €) und braucht im zusammengelegten Zustand (Bild 1) auch deutlich weniger Platz. Ich bin nur wegen meiner zu niedrigen Deckenhöhe letztlich doch auf den Hubtisch umgestiegen.
-- Viele Grüße
Gerhard
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