|
Thema: Anschaffung Portalfräse-benötige Hilfe! |
[ - Antworten - ] |
27.09.2011, 07:25 Uhr
 mesosce
|
Hallo Hotte,
es ist ja schon fast alles gesagt, auch auf den mühevollen Weg (samt unvermeitlicher Rückschläge) ist hingewiesen, da kommt keiner drum herum.
Bevor du viel Geld ausgibst und dich dann eventuell über eine Fehlausgabe ärgerst, würde ich dir raten, erst mal ein CAD-Programm zu kaufen und deine normalen Zeichnungen dorthin zu überführen und auch einige neue direkt in CAD zu entwerfen. Das kostet noch nicht allzuviel und du wirst mit dem formellen Ablauf vertraut. Es gibt Leute, die können nicht damit warm werden, da hat eine CNC-Mascine letztlich keinen Zweck.
Wenn du merkst, es geht (und es wird immer schneller gehen), dann kannst du den nächsten Schritt machen. Es gibt von vielen Hobby-Fräsprogrammen Demoversionen, die auch eine Simulation enthalten. So kannst du den Übergang vom CAD zum CAM machen und vom Zeichenstift(Breite ca. 0mmm) zum Fräser (Breite>0) und zu realen Fräsbahnen und -tiefen gehen. In der Simulation kommen dann anfangs nette Effekte raus, du wirst staunen, wie manche Werkstücke aussehen. Wichtig ist vorab, daß das CAM auch die Daten vom deinem CAD lesen kann, das ist bei sehr einfachen Programmen nicht immer gegeben.
Denk aber immer daran, daß du mit einfachen Mitteln nur im wesentlichen flache Werkstücke(2D) aus weichem Material herstellen kannst, bestenfalls in Schichten(2,5D). Stahl und komplexe Werkstücke verlangen nach einer anderen Maschine(und CAD/CAM/Steuerung) in einer anderen Preisklasse.
Je nach deinen Mitteln und deiner Erfahrung würde ich über einen Selbstbau aus Baugruppen nachdenken. Man spart eventuell viel Geld, steckt aber wahnsinnig viel Zeit rein. Anonyme Selbstbaumaschinen würde ich nicht kaufen. CNC-Ecke ist was anderes. Es gibt auch einige gute Anbieter von Eigen- oder Umbaumascinen, das lohnt sich, wenn man wenig Erfahrungen hat und erspart teure Fehlanschaffungen.
Das beste ist ein Bekannter, der Ahnung hat.
Ich selbst habe eine Colin umgebaut und mich in ACADLT eingewurstelt, natürlich samt aller Pannen und Pleiten. Und ich bin noch lange nicht durch.
Grüße Peter
|
|
|
|
|
27.09.2011, 14:47 Uhr
 halbkette

|
Hallo Hotte,
ich kann mir vorstellen, dass dir die letzten Beiträge die Sprache verschlagen haben. ( Keine Reaktion von dir.)
Sei bitte nicht erstaunt, dass hier alle Beiträge eher negativ und warnend erscheinen - auch das ist ja schließlich wichtiger "Rat und Hilfe" für dich.
Die Hauptaussage ist doch die: "...ohne gute Kenntnisse im Umgang mit dem PC und CAD-Programmen ist die Nutzung einer CNC-Fräse illusorisch..."
Das ist die nüchterne Wahrheit, auch wenn es zunächst einmal weh tun sollte.
Damit wäre dann auch gleichzeitig deine Frage nach dem Sinn deines Vorhabens beantwortet.
Wenn du dich jetzt noch fragen solltest, wo denn dann überhaupt der "Vorteil einer CNC-Nutzung" liegt, wenn man offensichtlich nicht auf einen "Knopf für automatische Teile-Fertigung" drücken kann, will ich dir folgendes antworten:
Der wahre Vorteil einer CNC-Maschine liegt zwar auch in der selbsttätigen Arbeit, aber hauptsächlich in der Wiederholgenaugkeit für sehr viele "genau gleiche Teile". Dazu muß ebenso zwar eine ungewöhnlich qualifizierte Vorarbeit hineingesteckt werden, das aber nur ein einziges Mal - für eine beliebige Anzahl "gleicher und präziser Teile".
Für ein anders geformtes Teil beginnt dann natürlich die ganze Arbeit von vorn.
Das System und sein Nutzen sind deshalb nur für die Industrie-Produktion mit hohen Stückzahlen sinnvoll. Wir Modellbauer und Hobby-Nutzer dagegen "pervertieren" diese Einrichtung und nutzen sie für "Einzel-Anfertigungen".
Das ist, wirtschaftlich gesehen, selbstverständlich absoluter Unsinn - aber der Spaß an der funktionierenden Sache ist wirklich unbezahlbar.
Um noch einmal die notwendigen Kenntnisse und die geistige Vorarbeit anzusprechen, fasse ich mal für dich zusammen:
Folgendes wird vom Nutzer für eine erfolgreiche CNC-Fräsarbeit erwartet:
1. Ein moderner PC mit einem CAD-Zeichenprogramm sollte zur Herstellung und Konstruktion des gewünschten Teiles korrekt genutzt werden können.
- Zunächst muß ja erstmal ein Datensatz des Werkstückes zur Weiterverarbeitung geschaffen werden.
2. Die Kenntnis der Nutzung von Fräs-Programmen ( CAD, CAM ) - als Einzel- oder Kombi-Programm - sind ebenso hilfreich.
- Die Fräsmaschinen-Steuerung nimmt die Zeichnungs-Daten nämlich nur in codierter Form entgegen,
d.h.: die CAD-Daten müssen von einem weiteren Programm in maschinenverwertbare Daten umgewandelt werden. Einige CNC-Programme machen das allerdings kombiniert/automatisch ( HSE ). Trotzdem sind einige Kenntnisse in Maschinen-"G-Code" von Nutzen...
3. Die gesamte Hardware und die komplette Verkabelung an PC und CNC-Maschine sollte vom Anwender beherrscht werden.
- Fehler können überall auftreten - die sollten dann tunlichst selbst gefunden/behoben werden können. Sie treten nämlich immer dann auf, wenn keine professionelle Hilfe zu bekommen ist...
4. Genaue Kenntnis und ausreichende praktische Übung mit der Fräsmaschine ansich können die üblichen Einstellungs- und Maschinenfehler begrenzen helfen - bevor der Frust zuschlägt...
- Sollte letzteres eintreten, ist der Sinn einer CNC-Maschine im Hobbybereich tatsächlich "ad absurdum" geführt worden. Auf gut Deutsch : "... es kommt nichts bei raus..."
Damit wollte ich dir einen Überblick über das geben, was auf dich zukommt und was vorher schon von dir erwartet werden sollte, damit die hohe Investition nicht von vorn herein zu einem Schlag ins Wasser wird.
Apropos "Investition" : der vielleicht günstige Erwerb einer CNC-Maschine ist ja erst der Anfang einer Kette...
Nichts für ungut.
--
Gruß Hartmut
" Ein Modell ist mehr als nur die Summe seiner Teile "
|
|
Beitrag 1 mal editiert. Zuletzt editiert von halbkette am 01.10.2011 20:04. |
|
|
27.09.2011, 17:34 Uhr
 Hotte
|
Hallo liebe Freunde,
ja ich muß es so schreiben. Danke H a r t m u t ,Peter,Dirk,Löschknecht,Gerhard,Uli,Olaf und Uwe.
Danke an alle,die mir geschrieben haben.
Habe so ein Engagement von Euch nicht erwartet.
Das es nicht einfach sein wird,habe ich erwartet.Aber es kommt ja richtig d i c k .
Ich wohne hier in der Wüste,ich kann niemanden fragen.Über die Schulter kann ich auch keinen zuschauen.
Wenn`s mal nicht weiter geht,dann frage ich meine Frau........,aber die weiß hierrüber überhaupt nichts.....
Ich bin ein bischen blauäugig an diese P r o b l e m a t i k herrangegangen.
Die Bücher von -C. Selig- habe ich.Die haben mir eigendlich Mut gemacht,obwohl ich keine Fräse bauen wollte.
Ich werde mir -Via CAD 2D-3D ,Vers.5 - zulegen. (Bei ebay wird -Punch!ViaCAD 2D/3D Vers.5- für 13,50€
angeboten,ist das in etwa richtig???)
Vieleicht kennt noch jemand eine einfache CAD-Software,außer die eben Genannte,mit der sich ein Anfänger
beschäfftigen kann??
Hartmut,Du hast Recht, Ich habe die Beiträge Gestern gelesen,jeden 3X(sonst kapiert man das nicht)
gelesen,aber Antworten konnte ich nicht.
Fazit :Werde keine Fräse kaufen,auch im Angesicht meines fortgeschrittenen Alters.
Ich werde die Teile,die ich brauche von Jemanden anfertigen lassen.
Aber diesen muß ich mir auch erst suchen.
Gruß
Hotte
|
|
|
|
|
27.09.2011, 20:30 Uhr
 Doomgiver
|
Hallo Hotte,
wir helfen immer gern, wenn man uns vernünftig fragt.
Zum Thema Teile fertigen: Sonst stell ein entsprechendes Gesuch hier ins "Suche"-Forum, am besten gleich mit kleiner Skizze, damit sich potentielle Auftragsfräser schnell einen Überblick verschaffen und Dir einen realistischen Preis nennen können bzw. Hinweise geben können, ob sich dass sinnvoll fertigen läßt. Da genügt auch eine sauber ausgeführte und gut eingescannte Handzeichnung, muss nicht immer CAD sein. Wenn man nur hin und wieder mal ein Teil braucht, ist das eine durchaus praktikable Lösung.
Heiko
|
|
|
|
|
30.09.2011, 01:57 Uhr
 Oldchap

|
Um mal hier eine ganz neue Variante ins Spiel zu bringen: wer sich dahingehend fortgebildet hat, sein gewünschtes 3D-Teil in einem Datensatz darstellen zu können, kann es jetzt auch schlicht im Lohnauftrag drucken lassen!
Kein Witz: es gibt inzwischen 3D-Drucker, die auch komplexe Formteile "drucken" können. Dabei wird Kunststoffpulver von Lasern zusammengebacken zu einem festen Gebilde. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn es sich um wenig belastete Teile handelt, die aus Kunststoff sein dürfen. Eine solche Datei kann man dann einem Dienstleister schicken und erhält ein Objekt zurück, das -in feinen Schichten aufeinander "gedruckt"- modellbauübliche Qualitätsmaßstäbe durchaus erfüllen kann, wenn die Vorgabe gestimmt hat. In einem Extremversuch wurde dabei schon ein benutzbares Fahrrad "gedruckt" (!!!); aber die Hauptnutzung dürfte sich auf Teile beschränken, die in einen Würfel oder Quader von einigen cm Kantenlänge passen würden. Nach solchen Würfelgrößen richtet sich übrigens auch der Preis. -- Viele Grüße
Gerhard
|
|
|
|
|
30.09.2011, 13:52 Uhr
 myrna
|
Hallo Hotte,
jetzt möchte ich doch noch noch meinen Senf dazu geben, obwohl ja eigentlich schon alles gesagt ist.
Aber: Dein Alter sollte keine Rolle spielen. Bin selbst 65 und habe einen Laser hier stehen. Womit wir eigentlich schon wieder beim Thema wären:
Im Grunde sind sich die beiden Maschinen (CNC-Fräse - Laserschneider) ja sehr ähnlich. Auch beim Laser wird voraus gesetzt, dass man mit einem Cad - bzw. Zeichenprogramm umgehen kann. Beim Laserschneider genügt mir persönlich Corel Draw - damit habe ich bis jetzt eigentlich alles hinbekommen, was ich wollte. Die meisten Fertigungswünsche sind sowieso zu 95% in 2D - also genügt Corel Draw völlig.
Auf Teneriffa hatte ich eine CNC-Fräse, die ich aber lieber dort verkauft habe, bevor sie mir auf dem Transport kaputt geht. Auch dort habe ich alle meine Entwürfe mit Corel Draw gemacht und mit "LazyCam" und "Mach3" verwirklicht. Natürlich bedarf die Bedienung der beiden letzten Programme einiger Übung - aber es ist ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen.
CNC-Fräsen für den Hobbybereich kosten in der Bucht komplett ca. 6 bis700 € (Arbeitsbereich 30x40cmx8cm) - das sollte dein Kontingent bei weitem unterschreiten - und 1-2mm Alu geht damit auch.
Was ich dir raten würde: Mach, bevor Du dir eine Fräse kaufst, einen Kurs in Corel Draw oder in Autocad (gibt es sicher auf CD) - oder melde dich bei einer Volkshochschule zu einem Kurs für ein solches Programm an. Das erspart Dir viel Frust und Ärger - und Du wirst sehen, dass das alles garnicht sooo schwer ist.
Weitere Hilfe erhältst Du sicherlich hier im Forum - die tolle Resonanz hier spricht doch für sich!
Also: Lass dich nicht entmutigen - geh es einfach mal an - aber immer mit Köpfchen und Blick in die Brieftasche.
Eine Maschine dazu bewegen zu können, dass sie mir das herstellt, was ich entworfen habe, ist ein immer wiederkehrendes Glücksgefühl!
Grüße
Ludwig
|
|
Beitrag 1 mal editiert. Zuletzt editiert von myrna am 30.09.2011 13:54. |
|
|
02.10.2011, 16:23 Uhr
 halbkette

|
Hallo Hotte,
ich sehe das auch so wie Ludwig, wenn er meint, dass die allgemeinen negativen Beurteilungen zu deinem Vorhaben nicht das "Aus" für deinen Traum sein müssen.
Auf jeden Fall geht das CNC-Fräsen nicht mit "Maschine hinstellen und Knopf drücken" - soviel ist sicherlich klar geworden. Diese Feststellung läßt aber immer noch die Hintertür offen, dass du bei ausreichender Fräs-Motivation den mühevolleren Weg über das "Selbst-Erlernen" der nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten gehen kannst. Literatur hast du ja schon und weiterhin gibt es genügend Ansprechpartner im Internet ( bzw. hier ) für Unverstandenes. Außerdem funktioniert das gute "Versuch- u. Irrtum-System" überall. Das haben auch die Experten schon genutzt.
Zum Erfolg gehört also nur der ausgesprochene Wille, denn Zeit und Gelegenheit hast du doch sicherlich genug...und sage mir jetzt nicht, dass du schon zu alt für diesen Weg wärest - ich selber bin auch schon 70 J. alt und sowas geht bei mir immer noch ungebremst.
Wenn du dich noch ein wenig über die teils ungewöhnlichen Vorkommnisse bei CNC-Fräsmaschinen informieren möchtest, empfehle ich dir meinen Baubericht im "Off Topic" mit dem Titel " Das andere Kettenfahrzeug". Dort kannst du ab Seite 18 ff etwas über ungewöhnliche Fehler an der Maschine lesen - und wie ich damit fertig geworden bin. Davon abgesehen ist natürlich der gesamte Bericht lesenswert... !
Also, Kopf hoch, es könnte noch klappen - nur nicht über Nacht, denn der Weg hat mehrere Hügel. -- Gruß Hartmut
" Ein Modell ist mehr als nur die Summe seiner Teile "
|
|
|
|
|