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Thema: Technischer Vergleich Überlagerungsgetriebe |
[ - Antworten - ] |
06.07.2006, 12:57 Uhr
 chrisch

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Hallo Kollegen,
ich habe mal eine Frage zu zwei verschiedenen Arten von Überlagerungsgetrieben.
Die beiden Bilder zeigen zwei Schemata zu Überlagerungsgetrieben. Bei der einen
Variante (Bild 1) greifen die Wellen Nr.4 ineinander, bei der anderen Variante (Bild 2)
stehen diese Wellen/Planetenräder nicht im Eingriff miteinander.
Mir wird nicht ganz klar, was dieser Unterschied bewirkt? Welches sind die Vor- und
Nachteile dieser beiden Varianten?
Vielen Dank im Voraus an Euch.
Bild 1
Bild 2
(Quelle: http://www.gizmology.net/tracked.htm )
--
MfG Chrisch
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Beitrag 1 mal editiert. Zuletzt editiert von chrisch am 06.07.2006 13:27. |
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06.07.2006, 13:21 Uhr
 panzerpabst

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Hi Chrisch,
für mich sehen die nicht nach Überlagerungsgetrieben aus sondern nach Differenzialen mit durch Bremstrommeln gesteuerten Verteilung der Abgangsdrehzahlen. Das obere Bild ist mir bekannt und stellt das Differenzial/Lenkgetriebe von deutschen Halbketten dar. Über die Räder Nr. 4 erfolgt die Abgleichung der unterschiedlichen Drehzahlen. Wo das bei dem unteren Bild erfolgt ist mir schleiherhaft - damit sich dort die Abgangswellen drehen müssten ja die Bremstrommeln feststehen. Wo ist das denn her ?
-- Grüße aus Leipzig
Matthias
www.boorad.de
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06.07.2006, 13:26 Uhr
 chrisch

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Hallo Matthias,
das zwote Bild habe ich im Web gefunden, ich weiß allerdings nicht, ob es "Fehlerfrei" ist.
Es ist natürlich auch Möglich, das der Ersteller/Zeichner einen Fehler gemacht hat.
Entschuldigt bitte, habe vergessen, die Quelle an zu geben. Habe ich noch eingefügt.
--
MfG Chrisch
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Beitrag 1 mal editiert. Zuletzt editiert von chrisch am 06.07.2006 13:29. |
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06.07.2006, 13:48 Uhr
 Robert
BW-Meister [Administrator]

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Hallo Chrisch,
eigendlich sind das nur bedingt "Überlagerungegetriebe" !
Eigendlich sind es eher Kuplungen, die jeweils einzelne Kettenseiten ein oder auskuppeln oder abbremsen.
Bild 1.)
Bei Bild 1 bilden der Käfig 3, die Zahnräder 4 und 5 ein Differential, wie es auch in den Achsen von Autos verwendet wird. Nur dass hier keine Kegelräder, sondern normale Zahnräder verwendet werden.
Die Kuplung ( 8 ) und die Zahnräder ( 7,6,4 ) bremsen jetzt eine Seite des Differentials so ein, dass die Ketten bis zu einem vorgegebenen minimalen Kurvenradius eingebremst werden. Der vorgegebene minimalen Kurvenradius wird durch das Übersetzungsverhältniss der Zahnräder 6-7 und 4-5 vorgegeben und kann auch eine Kettenseite ganz zum Stillstand bringen.
Vorteil:
1.) Größerer minimaler Kurvenradius
2.) Ohne Eingriff der Lenkbremsen sind beide Seiten wie ein Differential verbunden, daher für Halbketten besonders gut geeignet.
3.) Dynamisches Zentrum des Vortriebes ist auch bei Lenkeingriffen immer zentral in der Fahrzeugmitte
Bild 2.)
Hier bilden die Zahnräder kein Differential sondern die Welle (rot) wird jeweils über die Zahnräder (hellblau) und der Kupplung (gelb) an der Käfig (blau) an oder abgekuppelt. Dadurch überträgt sich die Kraft je nach Stellung der Kupplungen (gelb) entweder auf beide oder jeweils nur auf eine der Wellen (rot).
Die Zahnradmimik (gelb/helblau/rot) dient dazu, die Kräfte an der Kupplung zu reduzieren und kleichzeitig die Kupplung außerhalb des Käfigs plazieren zu können.
Der vorgegebene minimalen Kurvenradius des kuveninneren Rades wird auch hier durch das Übersetzungsverhältniss der Zahnräder (gelb/hellblau) und (hellblau/rot) vorgegeben und kann je nach Übersetzungsverältniss auch die innere Kettenseite ganz zum Stillstand bringen.
Vorteil:
1.) Einfachere Bauform
Nachteil:
1.) Dynamisches Zentrum des Vortriebes wandert je nach Lenkeinschlag von der Fahrzeugmitte hin zur jeweils kuvenäußeren Kette. Dadurch ruckelliges Lenkverhalten
2.) ohne Lenkeingiff sind beide Kettenseiten starr miteinander verbunden. Daduch findet bei Kurven kein Radienausgleich statt und das Lenkgetriebe ist für Halbketten nicht geeignet.
Gruß Robert
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Beitrag 3 mal editiert. Zuletzt editiert von Robert am 06.07.2006 14:17. |
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06.07.2006, 13:54 Uhr
 chrisch

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Robert,
was soll ich sagen..... jetzt ist mir ein Licht auf gegangen.
Vielen Dank für die schnelle Aufklärung
Noch eine Frage, ist es Möglich, die Bremsen gegen Motoren
auszutauschen? Also anstelle zu bremsen, zu beschleunigen?
--
MfG Chrisch
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Beitrag 1 mal editiert. Zuletzt editiert von chrisch am 06.07.2006 13:58. |
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06.07.2006, 14:23 Uhr
 Robert
BW-Meister [Administrator]

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quote: Original von chrisch:
...
ist es Möglich, die Bremsen gegen Motoren
auszutauschen? Also anstelle zu bremsen, zu beschleunigen?
...
Hallo Chrisch,
im Prinziep ja ... aber ...
Elektromotoren haben nur ein geringes Haltemoment, wenn sie stillstehen und nicht mit Strom versorgt werden. Dadurch würde das Lenkverhalten recht schwammig. Außerdem müßtest du dann statt der Bremsen/Kupplungen zwei Fahrtregler mit Motoren zusätzlich ansteuern. Das würde dann wieder so aufwändig, daß man gleich andere Getriebearten einbauen könnte.
Gruß Robert
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06.07.2006, 16:56 Uhr
 TOM
MAN Kippa Määähn

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Hallo Chrisch,
im Prinziep ja ... aber ...
Elektromotoren haben nur ein geringes Haltemoment, wenn sie stillstehen und nicht mit Strom versorgt werden.
Gruß Robert
Eine Möglichkeit besteht noch:
Du kannst den Motor bei Stillstand kurzschließen, das ist dann so ne Art "magnetische" Bremse!
TOM -- AFV-MODEL
Scalemodels & Spareparts
http://www.afv-model.com
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07.07.2006, 11:44 Uhr
 halbkette

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Hallo Christian,
wenn ich mich nicht irre, habe ich das 1. Bild - das bekannte Halbketten-Getriebe - schon mal in einem Thread von Matthias ausführlich beschrieben. Matthias wird sich erinnern.
Zum Zweiten Bild muß ich meine Vorredner noch ergänzen:
so, wie das dargestellt ist, taugt es nicht mal für einen "normalen" Antrieb: sobald Widerstand auf die roten Radachsen gelangt ( erwünschter Vortrieb ) , wird die Antriebsenergie in die Bremsen (?) geleitet. Vortrieb gibt es erst dann, wenn die Bremsbacken anliegen. Das kann es nicht sein.
Deshalb haben meine Vorredner das "Gelbe" wohl als Kupplung gedeutet, obwohl auch das nicht eindeutig gezeigt ist.
Zu deiner Idee, dieses "Getriebe" ( wohl wegen seiner Einfachheit ) mit Elektromotoren anstelle der Kupplungen zu betreiben, möchte ich darauf hinweisen, daß du damit nur jeweils eine Seite getrennt behandeln kannst . In dem Fall taucht die Frage auf, wozu dann noch die gesamte "Zahnradmimik" dienen soll?? Du wärst dann auf der Ebene vom normalen "Zwei-Motoren-Antrieb".
Das ganze Teil ist nicht mehr, als eine "differenzialfreie Achse mit auskuppelbaren Radseiten". Damit ein Kettenfahrzeug damit in eine Kurvenfahrt gezwungen werden kann, fehlen noch zusätzliche Radbremsen.
So, wie gezeichnet, ist es praktisch "unterste Schublade". Laß lieber die Finger davon!
Wie meine Vorredner schon richtig erkannten: von Überlagerung ist bei beiden Getrieben keine Spur.
Leider habe ich diesen Thread eben erst entdeckt.. -- Gruß Hartmut
" Ein Modell ist mehr als nur die Summe seiner Teile "
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07.07.2006, 13:14 Uhr
 chrisch

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Hallo,
noch einmal vielen Dank für Eure Antworten, das hat mir schon einmal sehr
weitergeholfen. Das erste Bild ist das gleiche, wie in dem Thread von Matthias.
Zur Zeit bin ich noch am ausloten aller Möglichkeiten einer "Ein-Motor-Variante"
für meine Halbkette. Es steht also noch nichts Fest. Da ich aber noch kein
"Getriebe" gebaut, geschweige den konstruiert habe, muß ich mich da langsam
rantasten.
Wenn sich ein paar mehr Interessenten finden würden, könnte man ja auch ein
Gemeinschaftsprojekt für die Maßstäbe 1:10/1:8 auf die Beine stellen.
-- MfG Chrisch
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11.07.2006, 17:08 Uhr
 halbkette

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Hallon Christian,
falls du mich damit ansprichst - ich glaube, wir sprachen schon mal über dieses Thema - dann muß ich dir sagen, daß ich zwar interessiert wäre, aber aus Zeitmangel nicht mal mein eigenes Ü-Getriebe zuende planen kann.
Deshalb bin ich jetzt nicht der spontane Ja-sager. Ich kann mich momentan nicht darauf konzentrieren und dann macht man leicht mal ´nen Fehler. Für Fragen bin ich natürlich wie immer ansprechbar.
P.S.: Mein Halbketten-Ü-Getriebe ist schon fast fertig geplant. Ich habe damit aufgehört, weil es 5 mm zu breit für den Rahmen geraten war - obwohl alles schon recht kompakt ist. Mir fiel dann eine zweite Version ein, die etwas weniger Breite hat, aber etwas komplizierter im Aufbau ist. Die habe ich aber noch nicht gezeichnet und auf Fehler abgecheckt. Erfahrungsgemäß gibt es oft mehrere Versionen, ehe man sich für eine entscheidet.
Nun, eins steht auf jeden Fall schon fest: die Originalabmessungen des Getriebes kann ich nicht einhalten, das wird mit Sicherheit größer. Aber an der versteckten Stelle im Fahrzeugrahmen ist die Funktion wichtiger.
Hast du schon die grobe Planung gemacht? Abmessungen?, Untersetzungen?, Gänge?, Drehzahlen?, Drehmomente ( d.Motors )?, Art der Kupplung zum Vorgelege?, Montagemöglichkeit? usw. Das sollte alles schon klar sein, bevor man ins Detail geht.
Viel Erfolg ( und ruhig mal fragen ) !
--
Gruß Hartmut
" Ein Modell ist mehr als nur die Summe seiner Teile "
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Beitrag 1 mal editiert. Zuletzt editiert von halbkette am 11.07.2006 17:13. |
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11.07.2006, 22:11 Uhr
 HaJo

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Hi Chrisch,
ein "Gemeinschaftsprojekt" aus früheren Tagen, das von meinem Bruder entwickelt wurde.
Ein Überlagerungsgetriebe für einen Bergepanzer M1:10 ( Büffel ), der noch bei mir im Verborgenen schlummert und demnächst wieder zum " Leben " erweckt wird.



-- mfg
Jochen
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12.07.2006, 00:30 Uhr
 chrisch

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Hallo Hartmut,
das war eine generelle Frage an "Jedermann". Das Du schon "versorgt" warst habe
ich nicht vergessen. Wie gesagt, bin ich noch am sammeln. Ich stehe aber fast noch
am Anfang. Da der Chassisrahmen aber kurz vor der Vollendung steht und als
nächstes das Fahrwerk mit Seitenvorgelegen dran ist, muß ich ja mal anfangen...
Ein Traum wäre es natürlich, wenn man das Getriebe so Schlank hinbekäme, wie das
Original. Momentan verfolge ich zwei Ideen, mit denen man ein so schlankes Getriebe
evtl. realisieren könnte.
Hallo Jochen,
vielen Dank für Deinen Post. Das Getriebe ist ja stark, eine schöne Arbeit. Sowas lässt
man doch nicht schlummern . Was wiegt den der Büffel fahrbereit? Habt Ihr das
Getriebe "komplett durchgerechnet" oder nur die Eckdaten und dann experimentell
weiter gebaut?
Auf jedenfall ermutigen die Antworten weiter über ein Überlagerungs- oder Differential-
getriebe nach zu denken.
--
MfG Chrisch
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Beitrag 1 mal editiert. Zuletzt editiert von chrisch am 12.07.2006 00:30. |
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12.07.2006, 11:54 Uhr
 HaJo

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Hallo Chrisch,
der Büffel kommt so auf etwa 30...40kg . Das Getriebe ist halb aus Erfahrungswerten und anderseits aus errechneten Daten entstanden.
Auf alle Fälle ist es auf Herz und Nieren getestet in den Büffel von meinem Bruder und das nicht nur als "Schönwetter" Aktivitäten,sondern richtig rein in den Dreck.
Und daraufhin ist dann weiter optimiert worden , ist eigendlich unkaputtbar.
Das Testfahrzeug :


-- mfg
Jochen
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12.07.2006, 23:52 Uhr
 chrisch

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Ein schöner Bergeleo, ich melde mich freiwillig als Testfahrer -- MfG Chrisch
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13.07.2006, 09:42 Uhr
 TRISI
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Hallo Jochen,
ein super Getriebe!!!
kannst Du uns mal ein paar techn. Daten des Ü-Getriebes verraten?
Wie etwa Motorentypen, Nennleistungen, Nenndrehzahlen, Untersetzung Dreiganggetriebe.....
Stammen die Kegelräder aus Einhandwinkelschleifern?
Sind die Ü-Planetensätze aus Fahrradplanetenteilen aufgebaut - der Innenzahnkranz hat doch außen die Rillen eines Sachs-Planetengetriebes???
Wird vielleicht andere auch interessieren.
Danke!
Gruß Josef
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