09.12.2013, 17:31 Uhr
 Fritzchen

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Moin,
ich spiele gelegentlich Command and Conquer.
Bei einem der virtuellen Fahrzeuge, bin ich am überlegen, ob es technisch überhaupt funktionieren würde.
4-Ketten-Antrieb
Gibt es so ein Raupenantrieb ggf. an einem Förderfahrzeug?
Auf der Stelle drehen und das außerhalb der Kettenmitte (bei einem durchlaufenden Strang)?
Was sagen da die Profis?
Umsetzbar als RC oder nicht?

Quelle: Betreiber des Spiels
Gruß Uwe
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09.12.2013, 18:16 Uhr
 Edwin

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Hallo Uwe,
die Umsetzung eine 4 Kettenatriebs ist durchaus möglich und nicht so schwierig.
Du hast da drei Möglichkeiten die einzelnen Anriebe zu Steuern.
Die Simpelste und günstigste ist nur zwei Ketten anzutreiben und die beiden anderen leer mitlaufen zu lassen.
Die zweite Möglichkeit wäre beide Motoren an einer Seite in Reihe zu schalten und über jeweis einen Regler zu betrieben, wodurch diese sich diese dann selbständig aufeinander abstimmen. Allerdings benötigst Du dazu die doppelte Spannung und entsprechende Regler. Dafür hast Du sozusagen ein elektrisches Sperrdiffretial eingebaut.
Die dritte Möglichkeit ist die Regler einfach sauber aufeinander abzustimmen, was zwar etwas aufwendig, aber kein Hexenwerk ist.
Gruß Edwin
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Beitrag 1 mal editiert. Zuletzt editiert von Edwin am 09.12.2013 18:17. |
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10.12.2013, 03:02 Uhr
 halbkette

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Hallo Uwe,
zu diesem "Experiment" muß ich mich auch mal mit einem Gedanken beteiligen. Wenn wir bitte zuvor davon absehe könnten, dass ich generell kein Freund solcher virtuellen Bildschirmspiele bin, gibt es doch zum gedachten Aufbau dieses Gerätes einige technisch-mechanische Anmerkungen zu machen, damit das Ganze wenigstens nicht auf d e r Seite angreifbar wird.
So skuril diese Aufteilung der Ketten in zwei Trums auf jeder Seite auch ist, so wichtig ist für deren reale Funktion, dass der konstruktive Drehpunkt eines jeden Trums genau in der Mitte liegen muß. Zur Anpassung an das Gelände müssen diese Drehpunkte ( keine Lenkung ) einen gewissen Schwenkwinkel ermöglichen, weil es für mich so aussieht, als wäre das gesamte Laufwerk nicht weiter gefedert - wie bei einem Bagger oder einer Planierraupe..
Deshalb meine Annahme der Schwenkbarkeit wenigstens der vorderen Kettentrums - wie z.B. bei einer Boogie-Achse eines Radfahrzeugs. Anders kann ich mir bei der gezeichneten Vorgabe keine Geländegängigkeit vorstellen.
Also, die Lage des Drehpunktes, wenn es den denn nun gibt, sollte deshalb die Mitte eines Trums sein, weil sonst nur die Antriebsräder des Trums das Fahrzeug tragen würden und der Rest des Kettentrums in der Luft hängt, weil er nicht belastet werden kann.
Außerdem könnte die Schwenkbarkeit der Trümer ( auch Trümmer, lt. Duden ) wesentlich die offenbar fehlende Federung des Fahrzeugs ausgleichen ( s. Boogie-Achse ).
Meine Vermutung zum Drehen auf der Stelle:
das kann ich mir durchaus vorstellen, allerdings werden die Aufhängungen der Trums - nämlich die eben erwähnten Schwenklager - konstruktiv sehr stark belastet dabei und ausreichend Drehmoment sollte natürlich auch nicht fehlen..
Aber ich denke, das alles wird dem durchschnittlichen User "ziemlich Wurscht" sein, hauptsache, das Teil bewegt sich irgendwie und kann auch ballern...
--
Gruß Hartmut
" Ein Modell ist mehr als nur die Summe seiner Teile "
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Beitrag 2 mal editiert. Zuletzt editiert von halbkette am 10.12.2013 15:42. |
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10.12.2013, 06:26 Uhr
 Volker-P

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...eine weiter Möglichkeit ist, die jeweils vordere und hintere Kette einer Seite mechanisch, über Welle und Kardan zu verbinden. Die elektronische Steuerung kann dann wie beim herkömmlichen Panzer gewählt werden, mit zwei Motoren. Gleichzeitig könnte man die Kettenaufhängungen noch leicht drehbar bauen, wie bei einer Allradlenkung eines Crawlers. Interessantes Projekt, mit dem Gedanken habe ich auch schon gespielt
Gruß,
Volker -- Cogito, ergo sum
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10.12.2013, 13:14 Uhr
 halbkette

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Hallo Volker,
du bringst mich wieder drauf - diese Empfehlung hatte ich noch vergessen:
"Antriebe mechanisch koppeln und dann nur je ein Motor pro Seite".
Das genügt vollkommen und vereinfacht die Elektronik,( wenn man sich wirklich traut, damit als Modell öffentlich aufzutreten ).
Weil das Gerät bisher ja nur auf dem Bildschirm herumgeistert, war das gerade nicht so relevant.... -- Gruß Hartmut
" Ein Modell ist mehr als nur die Summe seiner Teile "
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10.12.2013, 13:37 Uhr
 Robert
BW-Meister [Administrator]

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Hallo Uwe,
solche 4-Ketten-Fahrzeuge gibt es schon lange ...
Lenkung der vorderen beiden Ketten genau so wie die Vorderräder bei einem PKW:

Lenkung als "Knicklenkung" zwischen den beiden Fahrzeughälften:

Eine Lenkung mit unterschiedlichen Kettendrehzahlen und "Wenden auf der Hochachse" ist bei 4-Ketten-Fahrzeugen eher unüblich, da die Lasten an den Fahrwerksträgeren dabei zu groß würden.
Machbar in RC ? ..... Ja Klar !!!!
Ist kein Problem, nur eine technische Herausforderung.
Gruß Robert
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Beitrag 1 mal editiert. Zuletzt editiert von Robert am 10.12.2013 13:38. |
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13.12.2013, 10:22 Uhr
 Fritzchen

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Tolle Resonanz,
vielen Dank!
Die Beispiele sind sehr gut.
Wobei dem 1 Bild gehe ich von einem Schlepper (wie ein RSO) aus, der auch auf der Stelle drehen könnte. Mit einem nicht angetriebenen Ketten-Anhänger.
Der 2. Hat eine drehbare Lenkachse Skizze A und B.
Meine Überlegungen gehen von der Einleitung der Kräfte bei einem durchgehenden Trumm aus vs. 4 Ketten Antrieb.
Ich versuche es mal mit Skizzen C und D.
Die Drehungserzeugenden Kräfte wirken an den äußeren Stellen am geringsten in der Mitte erzeugen sie das größte Drehmoment.
Bei einem 4-Ketten-Trieb ist jedoch genau da die Lücke (rote Schraffur)
Eigentlich doch damit auch technischer Unsinn, oder?
Gruß Uwe
Die Skizze reiche ich nach, Photobucket spinnt auf meinem Rechner.

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Beitrag 2 mal editiert. Zuletzt editiert von Fritzchen am 13.12.2013 11:10. |
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13.12.2013, 12:17 Uhr
 Edwin

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Hallo Fritz,
wenn Du die Lenkung über den Drehpunkt zwischen den beiden Kettenlaufwerken realisieren willst mußt Du Dir wieder gedanken darüber machen wie Du eine Differenzialwirkung zwischen Kurveninnerer und äusserer Kette realisierst.
Man kann zwar auch ohne Fahren, aber es wird den Panzer immer gerade drücken wollen und die einwirkenden Kräfte auf den Drehpunkt werden deutlich höher sein.
In dieser Größe denke ich, wäre es am einfachsten mit den Ketten zu steuern. Der Kraft- und technische Aufwand eine Lenkung über den Drehpunkt zu realisieren wäre nach meiner Einschätzung erheblich.
gruß Edwin
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13.12.2013, 15:54 Uhr
 halbkette

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Hallo Uwe und Edwin,
Edwin hat recht, ( wenn es das erste Bildbeispiel von Uwes Zeichnungen aus dem letzten Post betrifft.)
Das Fahrwerk mit vier Kettentrumms und einer drehbaren Vorderachse bewegt sich genau wie ein Radfahrzeug mit vier unabhängigen Rädern und kann deshalb auch nur mit Differenzialen gefahren werden. Um so mehr, als die Ketten natürlich viel mehr Bodenhaftung entwickeln als die Räder und falsche Drehzahlen nicht durch Schlupf ausgleichen können.
Also: ein Überlagerungsgetriebe z.B. wäre hier fehl am Platze...apropos: es würde "platzen".
Übrigens: das rote Fahrzeug aus Roberts Beispielen hat normalerweise "Achsschenkel-Lenkung" wie ein LKW und hat demnach auch den Antriebs-Strang eines Allrad-LKWs mit dessen Differenzialen.
Diese Geräte wurden nämlich nach ihren Vorgängern - umgebauten LKWs - konstruiert.
Ich werde auch mal ein Modell nach dem Schema bauen. Das ist richtig "urig" ( wie z.B. alte Lokomotiven ). -- Gruß Hartmut
" Ein Modell ist mehr als nur die Summe seiner Teile "
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