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Thema: Erstmal ein Versuch ob es mir gelingt |
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19.10.2013, 16:37 Uhr
 Edwin

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Hallo,
ich bin ja gerade beim Versuch eine Panzer III Kette in 1/6 herzustellen.
Da ich momentan aber schon mitten drin bin fasse ich es ein wenig bis zum heutigen Stand der Dinge zusammen.
Als erstes habe ich mir ein Master Aluminium gefräßt. Dieses ist jetzt auch so stabil und Maßhaltig, daß ich es beliebig oft zum Abformen verwenden kann, aber begonnen hat es mit einem Alustück das ich erstmal mit mehrere dünnen, sehr tiefen und absolut parrallelen Bohrungen versehen habe. Die Bohrer dazu habe ich mir übrigens auch selbst gemacht.

Und dann war erstmal fräsen, fräsen, fräsen angesagt.






Nachdem ich das dann rohe Kettenglied noch fein bearbeitet hatte sieht es jetzt so aus.

Anschleißend habe ich mich zuerst an einer einfachen Gußform versucht.

Nachdem das aber nicht so funktioniert hat wie ich es mir vorstelle und ich in jeden Fall wegen der Komplexität der Form des Kettengliedes eine dreiteilige Form benötige und dann auch am besten mehrere Glieder in einem Guß herstellen möchte habe ich erstmal meine schon mal angefangene Schleudergußmaschine fertig gebaut.


Momentan bin ich dabei eine dreiteilige Silikonform zu machen mit der ich dann Resinmaster für die Schleidergußform herstellen kann.


Um die Form fertig zu machen warte ich momentan auf neues Silikon.
Von hier führe ich dann meine Baubiricht in detalierten Schitten weiter.
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24.10.2013, 17:30 Uhr
 Edwin

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Nachdem ich erstmal Formensilikon neu bestellen und die Lieferung abwarten mußte geht es nun weiter.
Die bisher zweiteilige Form habe ich wieder im Legokasten zusammengesetzt und Eifll und Entlüftungstrichter aus Knete eingebaut und dann ausgegossen.


Das neue Silikon ist etwas schneller, weicher und so wie es aussieht machte es nicht wie das Andere Probleme mit der Knetmasse. Die Oberfläche bleibt im Gegensatz zum vorherigen Glatt und unbeeindruckt.

So gefällt mir die Form noch überhaupt nicht, aber ich habe auch nicht damit gerechnet, daß ich es beim ersten Mal richtig mache. Trotzdem gieße ich jetzt mal ein Kettenglied aus Resin. Mal sehen wie es wird. Dazu lege ich aber zuerst wieder die Lagerstangen in die Form.


Jetzt muß ich erstmal wieder bis morgen warten.
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Beitrag 1 mal editiert. Zuletzt editiert von Edwin am 24.10.2013 17:55. |
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27.10.2013, 16:36 Uhr
 Edwin

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Jetzt habe ich mit der Form ein paar Abgüsse gemacht.





Zufrieden bin ich mit der Form, so wie sie ist noch nicht, vor allem weil sie einen grundlegenden Fehler produziert durch einen kleinen Versatz an den Gelenken der diese zu sehr schwächen würde und zuviel Luft ist auch noch drin. Das ist aber nicht schlimm, da ich den Formenbau hier erstmal als Lehrstunde sehe um das Wissen für die sehr teure Schleudergußform zu bekommen.
Also habe ich heute begonnen aus diesen Erfahrungen eine neue Form zu bauen.
Wieder im Legokasten, da das einfach und gut funktioniert. So lerne ich langsam auch besser mit Knetmasse zu modellieren was auch langsam Spaß macht.



Zum Gießen der Form habe ich auch ein jetzt besser dafür geeignetes Silikon gefunden und so ist die Grundbassis schon fertig.

Nach dem das Silikon fest ist kann man schon den Unterschied zwischen der alten Form links und der Neuen, recht erkennen.

Auch die Teilung der Form werde ich ein wenig modifizieren um die drei Formstücke besser trennen zu können. Hier die Modellierung für das zweite Teilstück.

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28.10.2013, 16:50 Uhr
 Edwin

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Die neue Form ist fertig.....und funktioniert viel besser.

Hier kann man schon erkennen, daß sie wesentlich besser und genauer zueinander paßt.



Die kleinen Entlüftungsbohrungen habe ich mit einem Bohrer gemacht. Mit einem sehr hochdrehenden funktioniert das ganz gut und ich habe sie ganz genau an den richtigen Stellen.

Und so habe ich dann gleich auch ein neues Kettenglied gegossen.


Nachdem das Resin ausreichend gehärtet war kam der große Moment.


Es hat noch Blasen, aber dieses mal ist es mit ein wenig Nacharbeit brauchbar.

Beim nächsten Guß werde ich es mal mit einer Injektion versuchen, aber man lernt ja....
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31.10.2013, 11:07 Uhr
 Oldchap

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Hallo Edwin,
ein interessanter Bericht, dessen Verfolgung sich lohnen dürfte! Die Kette ist das A und O eines jeden Panzers und gleichzeitig das größte Hindernis für den Selbstbau........... -- Viele Grüße
Gerhard
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Tamiya-Leo 1:16, Bigtanks-Köti 1:6, Hermann-Porsche-Köti 1:6
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31.10.2013, 14:24 Uhr
 Edwin

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Hallo Gerhard,
das sagst Du was wahres, daß die Kette eines Panzers immer der Ausgangspunkt zum Bau eines Solchen ist.
So schön langsam arbeite ich mich auch durch die dabei entsehenden Probleme durch. Leider sind die Anleitungen zum Kettengießen alleine auch nicht wirklich hilfreich wenn man es selbst machen will, sondern nur als Anhaltspunkt zu sehen.
Es gibt z. B. keine brauchben Hinweise wie man nur wirklich am besten seine Mastermodelle erstellen kann und ach später beim Zink gibt es deutliche Unterschiede. Was bei dem Einen gut klappt bedeutet nach meinen Erfahrungen nicht, daß man es immer einfach so übernehmen kann.
Ein kleines Beispiel sind die verwendeten Zinklegierungen. Nach meinen Erfahrungen sind diese, je niederer der Schmelzpunkt ist immer schwer fliesender. Ein möglichst tiefer Schmelzpunkt ist aber schon alleine wegen der Haltbarkeit der Form anzustreben.
Ich selbst arbeite aber momentan noch an den Mastern aus Resin. Da ich mit mehreiligen Formen arbeite und die wirklichen Feinheiten nur langsam von mir gelöst werden dauert das auch entsprchend und auch hierbei sind Ergebnisse und Arbeitsweise sehr vom verwendeten Material abhängig.
Gruß Edwin
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02.11.2013, 17:13 Uhr
 Edwin

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Momentan wird das hier mehr ein Lerneffekt zum Resinguß in mehrteiligen Formen komplexer Teile.
Die Oberfläche ist zwar mittlerweile einigermaßen gut wenn ich die Glieder aus der Form nehme, aber zum Teil nur hauchdünn über Luftblasen die sofort einbrechen wenn ich die Teile bearbeite.
Also weiter im Versuch.
Mittlerweile injeziere ich das auf 40°C erwärmte Resin mit einer Spritze in der man es zuvor prima entlüften kann. Einfach die Offnung zudrücken und am Kolben ziehen und schon sammelt sich die ganze Luft an der Oberseite und das Resin wird fast klar.
Die Form wärme ich auch in meiner kleinen Temperkammer auf ca. 40°C vor. so daß das Resin fast wasserdünn in die Form gepresst werden kann und Luftblasen fast wie bei Wasser austreten. Trotzdem habe ich immer wieder mehr, oder weniger Luft an verschiedensten, wechselnden Stellen. Ach ja Entlüfter ist auch schon drin.


Jetzt probiere ich gerade aus mit was ich Fehlstellen am besten ausbessern kann. Apoxie ist momentan wohl am besten geeignet, vor allem weil es nach dem Aushärten eine ähnliche Konsestenz hat.

So werde ich wohl noch eine dritte Form mit den Erfahrungen aus den ersten Beiden bauen, diese aber komplett für eine Harzinjektion auslegen die in eine stehende Form von unten nach oben stattfindet, so daß die Luft prinzipbedingt nach oben verdrängt wird.
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02.11.2013, 20:17 Uhr
 wolfheni
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hallo edwin,
sehr informativ, deine versuche.
weiter so! aus solchen bauberichten kann man immer was lernen.
wünsche dir und uns viel erfolg.
gruß wolfgang -- nichts ist unmöglich oder es staunt der fachmann und der laie wundert sich
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03.11.2013, 17:17 Uhr
 Edwin

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Resinform die Dritte...
Nachdem ich das Blasenthema mit der zweiten Form so nicht in den Griff bekomme, baue ich aus den Erfahrungen der ersten Beiden nochmals eine neue Form. Diese werde ich nur mit einer einzigen Entlüftungs- und einer Befüllöffnung versehen.
Zuerst aber wieder das Kettenglied in Knetmasse einbetten. Um diese auch noch besonders glatt zu bekommen beflamme ich die Knetmasse noch ganz vorsichtig mit einem kleinen Gasbrenner.
Zum Anrühren von Silikon und Reesin verwende ich eine Feinwaage.

Nachdem das Silikon vernetzt ist schneide ich die durch die Oberflächenspannung hochgezogenen Kanten mit einer Schere ab, damit die Form eben ausliegen kann.
so sieht es von Form zu Form besser aus.


Ich teile die Oberseite wieder mit Knetmasse und streiche das Silikon vor dem Guß mit Trennmittel ein. Dazu verwende ich einfaches Öl zum Kochen. Es ist aber nicht jedes Öl verwendbar. Man kann es aber ganz leicht herausbekommen indem man das Silikon mit einem dünnen Film Öl bestreicht. Wenn sich dieser gleichmäßig über die Oberfläche zieht kann man das Öl verwenden, Wenn es aussieht wie Wasser auf einer frischen Autopolitur wird es nicht funktionieren.

So mache ich es dann auch mit dem dritten Formenteil.

In meiner Temperkammer funktioniert das Aushärten auch deutlich schneller und besser.

Und so sieht die neue Form noch als Block und dann getrennt aus.


In die Formen mache ich beim Gießen nun keinen Entlüftungs- und Gusskanäle mehr. Diese Bohre ich später mit einem Bohrer genau an die Stellen an denen sie notwendig sind.
Da ich wegen der Wiederverwendbarkeit der Spritzen angesprochen wurde.
Ich lasse das Resin darin aushärten ziehe den Kolben heraus und drücke das Resin mit einen Draht aus der Spritze. So ist sie fast beliebig oft wiederverwendbar.



Auch das gedachte Minimalgewicht des Panzers werde ich wohl um 5 bis 10kg nach ober verschieben müssen. ich habe heute mal ein Kettenglied aus Zamak gewogen und bei ca. 55g wird das fertige Kettenpaar wohl auf ca. 10kg kommen. Dafür dürfte die Kette durch ihr hohes Eigengewicht aber gut Laufen.
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03.11.2013, 17:47 Uhr
 Leopard-II
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Hallo Edwin,
ich habe eben deinen Bericht sehr interessiert gelesen, das sieht doch schon super aus.
Berichte bitte weiter, habe auch vor eine Kette zu gießen.
Gruß Wilfried
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03.11.2013, 18:04 Uhr
 Edwin

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Hallo Wilfried,
na dann siesht Du ja auf was Du Dich damit einlassen willst... .....obwohl ich schon ungefähr wußte was da auf mich zukommt...
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03.11.2013, 19:30 Uhr
 Jim
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Hallo Edwin ,
ich verfolge deinen Baubericht auch schon seit Beginn sehr interessiert und finde es Klasse wie verbissen du an der Sache dran bleibst trotz der Rückschläge.
Als ehemaliger Hauptberuflicher Gießer und Formenbauer sind mir natürlich einige Sachen aufgefallen, bzw. hätte ich einige Vorschläge.
Thema Luft Einschluss im Resin , hier würde ich das Resin langsam aushärten lassen und evtl. mit einem Schwingschleifer für Vibrationen sorgen, das treibt die Luft nach oben und um das Resin zu sparen würde ich erst mal Kerzenwachs verwenden. Ist der Guss gut verlaufen dann nochmal mit Resin nacharbeiten.
Aber um ehrlich zu sein würde ich beim Ketten gießen lieber eine kokillenform verwenden anstelle von Sand oder Schleuder Guss , besonders bei der Größe.
Gruß Jim -- Si vis pacem parabellum
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03.11.2013, 20:05 Uhr
 Edwin

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Hallo Jim,
das mit Wachs hatte ich mir auch schon mal überlegt, aber ich will ja hier nur neun Master machen die allerdings ca 100°C Temperatur 2 Stunden lange aushalten müssen. Sonst hätte ich das ganze einfach Drucken lassen. Resin kann das. Ausserdem sehe ich es als gute Übung auch komplizierte Teile so bauen zu können. Man wird nie alles mit 3D Druck machen können.
Die Idee mit dem Schwingschleifer wende ich bei großflächig offenen Formen gerne an. Bei dieser Form hat es nichts gebracht und die Ergebnisse mit erwärmten Resin waren deutlich besser als mit kaltem. Da ich hier nur ein relativ kleines Bauteil habe und mich zum Guß immer gut vorbereite ist die verkürzte Topfzeit noch kein Problem gewesen ist.
Bei diesem Kettenglied könnte eine Kokillenform mit Zamak noch funktionieren, aber wenn ich mir überlege, daß ich nur für die ersten drei Prototypen so 600 Kettenglieder brauche.....
Auf meine Schleudergußplatte passen dann 9 Glieder und ich habe auch vor kleinere Ketten und noch andere komplexe Teile zu machen, was nur mit Schleuderguß funktioniert.
Was mich ein wenig wundert beim Formenbau zum Resingus, daß so wenig Erfahrung bei komplizierten, mehrteiligen Formen da zu sein scheint. Gemacht wird es ja sicherlich.
Gruß Edwin
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04.11.2013, 15:43 Uhr
 Edwin

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Endlich klappt es so, daß ich es akzeptieren kann.......
Aber zuerst das weitere Vorgehen.
Dieses Mal habe ich ja keine Entlüftungen und Eingußtricher in der Form eingebaut, da ich die Form in einer Injektion füllen möchte.
Deshalb benötige ich nun noch eine Befüll- und eine Entlüftungsöffnung in der Form. Diese mache ich mir ganz einfach indem ich in die passenden Stellen mit den engsten Durchflüssen der Form jewels ein Loch mit einem 3mm Bohrer anbringe. Mit einem scharfen Bohrer der sehr hoch dreht klappt das wunderbar.

In die gepuderte Form lege ich wieder die 3mm Messingstäbe, die ich benötige ich als Platzhalter in der Form für die Lagerrohre der Kettenbolzen.
Hier erkenn man auch, daß meine Formen von Mal zu Mal auch besser und genauer werden.

Und so kann ich nun das vorgewärmte und in der Spritze entlüftete Resin ganz langsam in die Form pressen. Dabei schwenke ich die hochkant stehende Form leicht, damit sich keine Luftblasen in Ecken sammeln können.

Das Resin presse ich ohne Abzusetzen in die Form bis keine Luftbasen mit dem Resin aus der Form austreten.. Die Spritze daf währenddessen in keinem Fall aus der Injektionsöffnung gezogen werden, da man sonst wieder eine Luftblase ins System pumpt.

Nachdem das Resin hart wurde sieht das Kettenglied jetzt so aus.
Ich habe immer noch ein paar Blasen, aber nur noch auf der Auflagefläche des Kettenglieds und die bekomme ich sicherlich auch noch weg.

Und so sieht das roh verputzte Kettenglied dann aus. Die wenigen Blasen kann ich jetzt ganz einfach mit Spachtel ausbessern und so ist das Kettenglied jetzt verwendbar.

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04.11.2013, 16:39 Uhr
 halbkette

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Hallo Edwin,
ich muß zugeben, du "hast es drauf"!
Da sieht man es wieder: Übung macht den Meister.
Jetzt warte ich nur noch gespannt auf die Schleuder-Form und deren Abgüsse.
Viel Erfolg weiterhin. -- Gruß Hartmut
" Ein Modell ist mehr als nur die Summe seiner Teile "
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