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Thema: Ausgepackt - Der KV-1 von HL |
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23.06.2009, 13:17 Uhr
 Vossi3

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Nachdem das neue Modell von HL – der KV-1 – nun schon seit einigen Tagen erhältlich ist, möchte ich das Modell näher vorstellen.
Ich habe mir daher ein Modell und ein gleich ein paar Zubehörteile bei Asiatam bestellt. Auf das Zubehör gehe ich dann am Ende meines Berichtes ein.
Den KV-1 gibt es momentan in zwei verschiedenen Versionen. Es gibt einmal die Standardversion mit der 6mm-Plastikkugelkanone und die Infrarotversion, wo statt der Plastikkugelkanone die Battle Unit von HL verbaut ist.
Ich beschreibe heute die Infrarotversion (mit Battle Unit).
Der Panzer wird in der typischen Verpackung im HL-Design geliefert.


Die Verpackung ist schick, erreicht aber nicht ganz das Niveau von Tamiya. Man kauft ja dieses Modell nicht wegen der Verpackung, sondern der Inhalt zählt. Darum wird also mal fix ausgepackt.
Zum Vorschein kommt dann wieder der (altbekannte) Styroporklotz, wo das Modell und das ganze Zubehör sauber fixiert sind.

Der Lieferumfang umfasst folgende Teile:
- Panzermodell KV1
- Antenne für Panzer
- Sender
- Antenne für Sender
- Akku für Panzer
- Ladegerät für Akku
- Eine Flasche Rauchöl
- Ersatzkettenglieder
- Ersatz- bzw. Austauschquarze
- Ein Beutel mit Anbauteilen
- Bedienungsanleitung


Der KV ist schon von der Größe her ein imposantes Modell und der Vergleich mit dem Panzer III zeigt, dass dieses Monstrum doch ziemlichen Respekt beim Gegner eingeflößt haben muss.


Das Modell ist recht ordentlich detailliert und auch sauber aufgebaut. Einige Zubehörteile liegen lose bei und müssen noch nachträglich montiert werden. Die Kommandantenluke lässt sich öffnen. Bei der hier vorgestellten Infrarotversion sitz unter der Luke auch der Steckplatz für die Battle Unit. Beide MG’s (Wannenbug und Turmheck) sind beweglich, aber nur das Bug-MG ist mittels LED auch beim simulierten Feuerstoß beleuchtet.


Nachdem nun die Optik eingehend begutachtet wurde, sollte natürlich der Praxistest zeigen, was in dem Modell steckt. Dazu wurde erst einmal der Panzer mit einem Akku bestückt (Akkufach wie gewohnt an der Panzerunterseite) und der Sender betriebsbereit gemacht.

Dann das übliche Spiel – Sender einschalten, Panzer einschalten und den Startknopf drücken. Es ertönt dann das Geräusch eines startenden Motors und der Panzer ist fahrbereit. Der Sound ist dabei aber relativ leise. Dies liegt zum einen an dem Standard-HL-Lautsprecher und zum anderen daran, dass der Panzer an der Oberseite geschlossen ist, d.h. es gibt keine offenen Lüftergitter oder ähnliches. Beide Dinge lassen sich aber mit relativ geringem Aufwand ändern. Ein Test mit abgenommener Oberwanne und einem hochwertigerem Lautsprecher ergab ein viel besseres Klangbild.
Der Panzer ist mit der neuen RX-18 (bekannt aus Stug III) bestückt. Damit fährt der Panzer ganz sauber und lässt sich auch gefühlvoll steuern. Das Steuerungsverhalten lässt sich mit den Panzern von Tamiya vergleichen. Der Panzer hat (in meiner Ausführung) folgende Steuerungsfunktionen:
- vorwärts / rückwärts – rechts / links
- Turmdrehung rechts / links
- Motorgeräusch drehzahlabhängig
- Kanone heben / senken
- MG-Feuer
- Kanonenschuß mit Rohrrückzug und simuliertem Rückstoß
- Beleuchteter Scheinwerfer
- Rauchmodul
- Battle Unit
So, genug gespielt. Jetzt beginnt eigentlich erst der schöne Teil für mich: nämlich die Zerlegung des Modells.
Dazu müssen an der Unterseite 6 Schrauben gelöst werden und zusätzlich jeweils eine Schraube seitlich an der Wanne in der Nähe der Antriebsräder. Danach kann man die komplette Oberwanne abnehmen.


Sehr gut ist, dass man durch Trennen von vier Steckverbindungen die Oberwanne elektrisch komplett von der Unterwanne trennen kann. Durch die neue RX-18 wirkt der ganze Innenraum des Panzers deutlich aufgeräumter als noch bei früheren HL-Modellen. Da hat sich in der Verarbeitung bei HL doch einiges getan.

Man sieht auch, dass robuste Metallgetriebe zum Einsatz kommen.
Nun zerlegte ich auch noch Teile des Fahrwerkes, um dem Interessierten einen Überblick zu verschaffen.
Das Leitrad wird mit einer Kreuzschlitzschraube gehalten. Diese erreicht man über die kleine Bohrung im Nabendeckel.

Auf den nächsten Bilder sieht man das Leitrad. Hier erkennt man auch, dass das Leitrad aus zwei miteinander verschraubten Hälften besteht und mit einer Messinglagerbuchse versehen ist. Dies dürfte der Standfestigkeit sehr zu Gute kommen.


Nachdem nun das Leitrad entfernt wurde, fällt der Blick natürlich auf den angedeuteten Kettenspanner. Dieser ist leider nicht funktional. Ich bin mir aber sicher, dass der Zubehörhandel relativ schnell reagieren wird.


Kommen wir nun zu den Laufrollen und Schwingarmen. Um die Laufrollen demontieren zu können, muss zuerst der Nabendeckel entfernt werden. Dieser ist nur aufgeklipst und löst sich relativ leicht. Es ist daher empfehlenswert den Deckel mit einem Tropfen Kleber oder Silikon zu sichern, denn sonst sucht man unter Umständen im Gelände nach diesen Teilen.
Durch Lösen der Schraube lässt sich dann die Laufrolle vom Schwingarm lösen. Der Schwingarm selbst ist mittels Inbusschraube mit der Wanne verschraubt. Dahinter verbirgt sich dann auch die bekannte Federungslösung.
Noch ein Wort zur Federung: Diese erscheint mir ein wenig zu weich. Dieser Umstand lässt sich aber leicht korrigieren, indem man bei den jeweils vorderen und hinteren Schwingarmen die Federvorspannung erhöht. Dies erreicht man dadurch, dass man einfach eine neues kleines Loche in die Federaufnahme an der Wanne bohrt, in dem dann die Spiralfeder mit größerer Vorspannung eingesteckt wird.


Zu guter Letzt widmen wir uns noch dem Antriebsrad. Dazu wird wieder der Nabendeckel gelöst (auch nur gesteckt) und danach die Schraube gelöst. Bevor man jetzt aber das Antriebsrad abnehmen kann, muss man erst noch den Bügel lösen, der an der Wanne eingeklipst ist.


Eine Zerlegung des Turmes habe ich mir aus Bequemlichkeit gespart, denn dort gibt es keine großen Auffälligkeiten oder Neuheiten an der elektromechanischen Ausstattung zu entdecken.
Kommen wir nun noch zum bereits anfangs erwähnten Zubehör. Folgende Teile habe ich gleich bestellt:
- Metallkettensatz
- Satz Trieb- und Leiträder aus Metall
Auf den nachfolgenden Bildern kann man diese Teile gut erkennen. Die Ketten sind von guter Qualität und auch die Trieb- und Leiträder machen einen hochwertigen Eindruck. Die Triebräder bestehen aus drei Teilen (Innen- und Außenkranz + Nabendeckel). Die Leiträder sind bereits mit Kugellagern versehen. Beim Einsatz der neuen Triebräder müssen die Getriebe mittels der mitgelieferten Getriebewelle umgebaut werden, da sonst der Abstand zur Wanne nicht mehr stimmen würde.







Damit schließe ich hier meinen Vorstellungsbericht mit einem Fazit:
Mit dem KV hat HL ein attraktives Modell auf den Markt gebracht und ich gehe davon aus, dass die Freunde der „Russentanks“ in der nächsten Zeit diverse schönen Umbauten präsentieren werden. Jetzt bleibt nur abzuwarten, wie der KV von Tamiya abschneiden wird, denn der Abstand zwischen HL und Tamiya wird immer kleiner. Da wird es dann interessant sein, zu beobachten, wie sich der vergleichsweise teure Tamiya dann gegen seinen günstigeren Konkurrenten schlagen wird.
Gruß, Jan
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23.06.2009, 14:09 Uhr
 OliverRauls
3D - Drucker

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Interessanter Bericht, auch wenn das Modell nicht meine Baustelle ist. Interessant zu lesen und zu verfolgen- HL versus Tamiya..... mich würde noch eins interessieren: gibt es für die motoren zum fahren jetzt einen Fahrtregler oder nach wir digital- fährt oder steht?
Oli
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23.06.2009, 14:25 Uhr
 Vossi3

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Hallo Oli,
der Panzer lässt sich ganz feinfühlig fahren, ähnlich Tamiya. In der Beziehung haben die Chinamannen auf Tamiya schon mächtig aufgeholt.
Gruß, Jan
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23.06.2009, 14:41 Uhr
 Fixa
Exilberliner

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Moin Jan
Vielen Dank für die ausführliche Vorstellung.
Scheint ja einen vernünftigen Eindruck zu machen.
Die Vorbild Auswahl finde ich sehr gut, auch wenn das Modell nicht mein Ding ist.
Aber immerhin bietet HL mittlerweile wirklich attraktive Alternativen zu Tamiya an.
Und rein von der Lackierung finde ich den KV toll, da kann man sich bei der Alterung mal so richtig austoben
Gruss Felix -- Alle Rechtschreibfehler in diesem Beitrag sind beabsichtigt und Ausdruck meiner Kreativität.
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23.06.2009, 18:39 Uhr
 Sheridan

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Moin!
Danke für deinen ausführlichen Bericht Jan,toll gemacht wie immer bei Dir.
Hab meinen KV auch gerade bei Asiatam bestellt,allerdings finde ich die Metall-Leit und Antriebsräder nicht im Shop? (Schon erledigt,habs gefunden)
Ich finde hier ist HL wirklich ein großer Schritt gelungen und da ich kein Fan vom Wehrmachtspanzern bin finde ich die Modellwahl sehr gut.Bin gespannt wie sich die RX-18 Platine fährt.
Umbaumöglichkeiten auf KV-Basis gibs ja zuhauf,bin gespannt was da so in Zukunft auf uns zukommt.
Gruß Ronny
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Beitrag 1 mal editiert. Zuletzt editiert von Sheridan am 23.06.2009 18:55. |
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