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      Hartlöten - welches Lot für Messing ?
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Thema: Hartlöten - welches Lot für Messing ?

[ - Antworten - ]
Seiten: [ 1 ] 
02.10.2007, 13:38 Uhr
panzerpabst besucht im Moment nicht das Board.panzerpabst eine private Nachricht schreibenpanzerpabst


Hallo erfahrene Modellbaufreunde,

beim Stöbern im Baumarkt habe ich mehrere Sorten Hartlot entdeckt. Da gibt es eine Packung mit einem Stab für ca. 5 EUR mit Flussmittelmantel und Löttemperatur bei ca. 680°C und eine Packung mit 5-6 Stäben Messinglot ohne Flussmittel bei ca 730°C.
Welche Erfahrungen und Empfehlungen könnte ihr mir dazu geben. Reicht mein kleiner Microflammbrenner für Feuerzeugbenzin von der Leistung her? (für die Kruste bei Créme Brûlée geht er sehr gut :D )
--
Grüße aus Leipzig
Matthias

www.boorad.de
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02.10.2007, 16:07 Uhr
mazda41 besucht im Moment nicht das Board.mazda41 eine private Nachricht schreibenmazda41
Häuslebauer



Hallo Matthias

Dein Brenner wird bei weitem nicht reichen zum Hartlöten.

Du willst Messing löten?

Dann kannst du kein Messinglot nehmen, hat ja den gleichen Schmelzpunkt wie dei zu lötendes Material.

Wenn es sehr viel halten muss, von der Festigkeit her, dann nimm Silberlot, wenns nicht so hoch beansprucht wird, nimm einfach das Lötzinn von der Rolle.

Teile schön blankmachen mit Schmirgelp. und nicht mehr mit den Fingern anfassen ( Fett a.d. Haut )
--
Viele Grüße
Hans, der Häuslebauer
mazda41
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02.10.2007, 16:43 Uhr
panzerpabst besucht im Moment nicht das Board.panzerpabst eine private Nachricht schreibenpanzerpabst


Hans,

das Messinglot ist eine Legierung die vom Schmelzpunkt (730°) niedriger als Messing (900-925 °C) liegt.
Das sollte also passen.
Ich möchte eher Kleinteile verbinden, reicht da der Brenner nicht?


--
Grüße aus Leipzig
Matthias

www.boorad.de
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02.10.2007, 17:30 Uhr
mazda41 besucht im Moment nicht das Board.mazda41 eine private Nachricht schreibenmazda41
Häuslebauer



wenns nur kleine Teile sind,müsste der Brenner ausreichen, ich würde allerdings Silberlot dem Messing vorziehen - an ähnlich großen Teilen oder Blech einfach mal ausprobieren.

Wie heißt es so schön: Probieren, geht über Studieren:D
--
Viele Grüße
Hans, der Häuslebauer
mazda41
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03.10.2007, 12:42 Uhr
halbkette besucht im Moment nicht das Board.halbkette eine private Nachricht schreibenhalbkette


Hallo Matthias,

ich habe diese Frage eben erst entdeckt. Da ich schon etliche Jahrzehnte Messing weich- und hartlöte, wollte ich dir meine Erfahrungen gerne auch noch mitteilen.

Weil Hans es erwähnte und man es thematisch nicht vom Hartlöten trennen kann:
"Weichlöten" von Messing ist zwar hier nicht das Thema, ist aber oft eine gute Alternative, wenn die Flächen groß genug sind - etwa wie beim Kleben. Ich habe z.B. das Chassis meiner Halbkette weich gelötet, weil ich verhindern wollte, dass die hohen Temperaturen des Hartlötens ( ca.700 Grad u. mehr ) das Messing weichglühen !! ( Da muß man sich vorher immer genau überlegen, wieweit das Bauteil so eine Festigkeits-Einbuße beim Hartlöten vertragen kann.)
An diesem Halbketten-Chassis z.B. sind auch Stellen, die mit recht schmalen Querschnitten praktisch "stumpf aufeinander" weichgelötet sind, aber das macht hier nichts, weil diese Lötstellen durch ihre Vielzahl keine hohen Einzel-Belastungen erfahren werden.


Zum "Hartlöten" bei Stahl ( z.B. die Kurbelschwingen ) und Messing nehme ich ein recht teures, aber niedrig im Schmelzpunkt liegendes Silberlot von SOUDOGAZ Nr.32510 - das ist die bekannte Firma "camping gaz international", die auch die Brenner herstellt. Dieses Lot mit höherem Silbergehalt hat den unschätzbaren Vorteil einer Schmelztemperatur von nur 610 Grad. Das erreicht man mit fast jedem Brenner problemlos. Die Benetzbarkeit ist sehr gut und ebenso das Fließverhalten in Kapillaren.
Das nötige Flußmittel ist gleich in der angepressten weißen Umhüllung, die bei Erreichen der Löttemperatur klar wird und wie Wasser läuft.

Mit anderen Loten, auch mit denen, die du erwähntest, hatte ich immer Schwierigkeiten, die in der Hauptsache mit dem Nicht-Erreichen der höheren Schmelztemperatur zu tun hatten. Man hat einen Heidenärger mit verkrusteten und verkohlten Lötstellen, das solltest du dir ersparen. Die Gefahr dabei ist die, dass man länger versucht, die nötige Wärme einzubringen und dann eher das Messing zu stark glüht, als dass das Lot schmilzt. So gibt es nur Frust.
Das Wesentliche dabei ist: das Lot muß möglichst schnell fließen und die Bauteile dürfen gerade erst die Löttemperatur erreicht haben - sonst überhitzt alles und verkohlt oder verformt sich sogar. Dünnere Ms-Bleche schmelzen dann leicht mal. Das Ergebnis ist außer dem Ausruf:"Schei...benkleister" nur noch für die Tonne.

Was deinen kleinen Brenner betrifft, möchte ich so aus der Entfernung sagen, dass du damit höchstens dicke Ms-Teile zum Weich(!)löten erwärmen kannst, oder bestenfalls noch Schmuck und Ringe ( von der Masse her ) hartlöten kannst, aber für den Modellbau reicht der Kleine nicht. Besorg dir einen Campinggas-Lötbrenner, der bringt es garantiert. Nichts ist ätzender als eine "fast erreichte Löttemperatur"!!

Ich will das Thema Hartlöten jetzt nicht erschöpfend behandeln - da gibt es noch mehr zu sagen - aber soviel erstmal zum Beginn:
Hier, wie auch an anderen Stellen des Modellbaus, gilt: "Nicht Kleckern sondern Klotzen".
Eine höhere Investition läßt die Erfolgsquote steigen. Ausreichende Wärmequelle und Lot mit dem tiefstmöglichen Schmelzpunkt sind unabdingbar.
Einige Übung gehört natürlich wie immer dazu.

Viel Erfolg.


--
Gruß Hartmut

" Ein Modell ist mehr als nur die Summe seiner Teile "
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04.10.2007, 08:43 Uhr
panzerpabst besucht im Moment nicht das Board.panzerpabst eine private Nachricht schreibenpanzerpabst


Danke für die sehr ausführliche Antwort Hartmut,

Im Wesentlichen möchte ich auch alles weichlöten, nur für den Fall wollte ich schon mal Informationen zusammentragen.
Wo bekommst du denn dieses Silberlot her?

Grüße
Matthias
--
Grüße aus Leipzig
Matthias

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04.10.2007, 11:19 Uhr
halbkette besucht im Moment nicht das Board.halbkette eine private Nachricht schreibenhalbkette


Hallo Matthias,

einfach aus dem Baumarkt, in der Abteilung Werkzeuge.

Wenn da Gas-Lötgeräte stehen, ist auch meistens Lot dabei.
Es ist einzeln in ca. 25 cm langen weißen Stangen auf einem kaschierten Pappstreifen verpackt und aufgehängt.
Nun weißt du ungefähr, wonach du suchen mußt.
Aber bitte nicht über den Preis stolpern - mit einem Stab kann man ziemlich viele Lötungen vornehmen, wenn man sparsam ist. Dazu vielleicht später mehr.

;)
--
Gruß Hartmut

" Ein Modell ist mehr als nur die Summe seiner Teile "
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04.10.2007, 12:14 Uhr
panzerpabst besucht im Moment nicht das Board.panzerpabst eine private Nachricht schreibenpanzerpabst


in welche Baumarktkette gehst du denn? Die meisten haben entweder CFH Löttechnik oder Rotenberge (oder so ähnlich) - aber SOUDOGAZ ist mir bis jetzt kein Begriff ? Bei Schmelztemperatur 610 ° C ist der Silberanteil sicher sehr hoch - > 50% ?

--
Grüße aus Leipzig
Matthias

www.boorad.de
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26.11.2007, 18:12 Uhr
Der-Tobel besucht im Moment nicht das Board.Der-Tobel eine private Nachricht schreibenDer-Tobel


Hallo Matthias,
ich kenne das von Hartmut beschriebene Hartlot zwar nicht, weiß aber aus eigener Erfahrung, daß Silberhartlot oft Cadmium enthält; d.h., das Löten sollte möglichst unter einem Abzug - zumindest jedoch in einem gut belüftetem Raum - stattfinden...
Der Silberanteil dürfte wahrscheinlich bei 40-45% liegen. Der Silberanteil allein ist allerdings auch nicht ausschlaggebend für die Arbeitstemperatur.

--
MfG Tobi
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28.12.2007, 03:02 Uhr
halbkette besucht im Moment nicht das Board.halbkette eine private Nachricht schreibenhalbkette


Hallo Matthias,

ich habe gar nicht bemerkt, dass der Thread weitergeführt wurde.

Was Tobi dazu schreibt, stimmt. Obwohl die Cadmium-Dämpfe erst bei Überhitzung und Verbrennung des Lotes auftreten. Trotzdem natürlich auf Belüftung achten - aber keinen Zug entstehen lassen, der trägt die Wärme von der Lötstelle weg.

Ich kaufe das Soudogas-Lot im "Bauhaus". Immer ist es da auch nicht zu finden.

Hier mal die Vertriebsgesellschaft:

Camping-Gas International
Kaiserstraße 1
6 Frankfurt/M 1
( Ich hoffe, das stimmt noch.)

Die Telefonnummer ist ca.20 Jahre alt, die wird nicht mehr stimmen ( 0611-...)
:rolleyes:
--
Gruß Hartmut

" Ein Modell ist mehr als nur die Summe seiner Teile "
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28.12.2007, 10:50 Uhr
 Account deaktiviert. Haegglunds
Hallo Mathias,

ich habe so meine Erfahrungen mit einem Silberlot der Firma GW Werkzeuge gemacht.
http://www.gw-werkzeuge.de/


Die haben ein Silberlot mit dem ich bis jetzt meine besten Erfahrungen habe machen können.
http://gw-werkzeuge.de/angebot.htm?loeten1.htm


Als Lötgerät verwende ich von Rothenberger einen kleinen Handlichen Brenner mit dem Multigas 300

Grüße Kay


P.S. es auch auch für die Créme Brûlée :smile:
--
Immer locker aus der Hüfte
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29.12.2007, 15:46 Uhr
halbkette besucht im Moment nicht das Board.halbkette eine private Nachricht schreibenhalbkette


Hallo Kay,

das ist wohl eine Bezugsquelle, die etwas sicherer ist als SoudoGas. Das Lot-Material ist sogar die gleiche Qualität.
Ich habe nur die Erfahrung gemacht, dass die Lötpaste - ein in Spiritus aufgelöstes Flußmittel - nach einer längeren Lagerzeit ausgetrocknet ist. Deshalb bevorzuge ich die ummantelten Stäbe, die aber auch ihre Nachteile beim Flußmittel haben: der "Mantel" bricht teilweise frühzeitig ab und muß dann bröckchenweise auf die Lötstelle gelegt werden, auch ist er hygroskopisch und nimmt Wasser aus der Luft auf, also gut verpacken...
;)
--
Gruß Hartmut

" Ein Modell ist mehr als nur die Summe seiner Teile "
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